Holzterrasse selber bauen – Anleitung zum Bau einer Holzterrasse am Koiteich

Teichbau, Koi und Garten

Holzterrasse selber bauen – Anleitung zum Bau einer Holzterrasse am Koiteich

die fertige Holzterrasse Douglasie

Du möchtest gerne eine Holzterrasse nach eigenen Vorstellungen selber bauen? Vielleicht können wir Dir mit diesem Beitrag ein wenig helfen. In diesem Beitrag zeigen wir Dir mit Fotos und einer Schritt für Schritt Anleitung von der Planung bis zur Durchführung, wie wir unsere Holzterrasse an unserem Koiteich selber gebaut haben.

Planung und Vorbereitung für den Bau der Holzterrasse

Bevor es mit dem Bau einer Holzterrasse losgehen kann, ist natürlich eine ausführliche Planung notwendig, damit alle benötigten Materialien in ausreichender Menge besorgt werden können. Als erstes muss der Platz wo die Terrasse gebaut werden soll und die Größe der Terrasse bestimmt werden. Als nächstes sucht man sich am besten das Holz aus, aus dem man die Terrasse bauen möchte, denn je nach Abmessungen der Holzdielen und der geplanten Größe der Terrasse, muss nun das Verlegemuster geplant werden. Aus dem Verlegemuster ergibt sich dann nämlich auch der Verschnitt und nur so kann die Menge Holz, die für den Bau benötigt wird, korrekt ermittelt werden. Wir haben die Planung dafür in der Software SketchUp 2017 durchgeführt (natürlich reicht dafür sonst aber auch einfach ein Zettel und ein Bleistift. Hier ein Bild von unserer groben Skizze:

Planungsskizze für den Bau unserer Holzterrasse

Der untere Teil der Skizze stellt in unserem Fall die Holzdielen und das Verlegemuster dar. Ganz wichtig bei der Planung ist, dass man den Abstand der Dielen zueinander mit einberechnen muss. Wir haben in unserem Fall überall einen Abstand von ca. 5 mm mit eingeplant (Holzdielen 9,5 cm + 5 mm Abstand zur nächsten ergibt ein Planungsmaß von 10 cm pro Diele). Der obere Teil der Skizze zeigt die geplante Unterkonstruktion. Diese ist abhängig vom Verlegemuster der Dielen, da in unmittelbarer Nähe von zwei stirnseitig aneinanderstoßenden Brettern jeweils links und rechts eine Latte der Unterkonstruktion vorhanden sein muss (sonst würden die Enden der Dielen mehr oder weniger frei in der Luft schwingen). Wie man in der Skizze schon sehen kann, haben wir dafür entschieden, die Unterkonstruktion auf 30 x 30 cm Betonplatten zu verschrauben. In dieser Planungsphase kann man sich deshalb auch gleich die benötigten Abstände und somit die Anzahl der benötigten Betonplatten mit ausrechnen.

Terrassenbereich abstecken und Vorbereitung des Untergrunds

Ich sage es lieber gleich vorweg, aber wir haben die Vorbereitung des Untergrunds nicht ganz fachmännisch professionell, aber dennoch für unsere Anforderungen ausreichend gründlich durchgeführt. Als erstes haben wir uns den Bereich mit Mauerschnüren abgesteckt, haben den Mutterboden abgetragen und diesen durch Sand ersetzt (das ist auch schon der Punkt, der professioneller durchgeführt werden könnte, indem man nicht nur Sand, sondern zusätzlich eine Schicht Mineralgemisch aufträgt). Außerdem haben wir bei der Gelegenheit auch gleich ein Erdkabel im Boden mit eingezogen, damit ein Stromanschluss für die Spätere Terrassenbeleuchtung vorhanden ist, und wir die Möglichkeit haben eine Steckdose auf der Terrasse zu montieren.

Auffüllen des Untergrunds mit Sand und Verlegen von Erdkabeln unter der zukünftigen Terrasse

Zusätzlich haben wir den mit Sand gefüllten Bereich, auf dem die Terrasse gebaut werden soll, mit Rasenkantensteinen eingefasst, da man diese prima mit einer Wasserwaage ausrichten kann. Dies ist wichtig, damit der Untergrund für die Terrasse später wirklich gerade wird.

Einfassen des Terrassenuntergrunds mit Rasenkantensteinen

Die ausgerichteten Rasenkantensteine haben wir im Anschluss nämlich genutzt, um den Sandboden mit einem Richtscheit gerade abzuziehen (wichtig, alles mit Wasserwaage ausrichten!), bevor wir die Betonplatten darauf verlegt haben.

Abziehen des Untergrunds mit einem Richtscheit und Verlegen der Fundamentplatten für die Terrassenunterkonstruktion

Die Betonplatten wurden zusätzlich auch noch einzeln mit einer kleinen Wasserwaage überprüft, so dass sie wirklich in jede Richtung gerade ausgerichtet wurden. Nachdem alle Platten verlegt waren, konnte es dann mit dem Bau der Unterkonstruktion weitergehen.

Bau der Unterkonstruktion für die Holzterrasse

Wie oben bereits erwähnt, muss die Unterkonstruktion genau auf die Maße der Terrasse und der Dielen, sowie das individuelle Verlegemuster abgestimmt sein. Da unsere Terrasse 2,50 lang werden sollte, haben wir die Latten für die Unterkonstruktion auf eine Länge von 2,42 m zugesägt (da wir für den späteren Einbau einer LED-Beleuchtung einen kleinen Überstand der Terrasse über die Unterkonstruktion hinaus haben wollten).

Anschließend müssen in die Latten und in die Steinplatten Löcher gebohrt werden. Dann werden Dübel in die Löcher in den Steinplatten gesteckt, um die Latten auf den Platten verschrauben zu können. Vorher muss natürlich genau ausgemessen werden, wo die Latte auf der jeweiligen Platte liegen muss. Diese Stelle zeichnest Du dir am besten an und bohrst anschließend an den ausgemessenen Stellen die Löcher in die Platten.

Vermessen, zusägen und bohren der Latten für die Unterkonstruktion, sowie das Bohren der Betonplatten zum Verschrauben der Latten

Bevor die Latten verschraubt werden können, müssen zwischen die Betonplatten und die Latten Terrassenpads*(Werbung) als Abstandshalter gelegt werden, damit keine Staunässe unter den Latten entstehen kann und für Luftzirkulation gesorgt ist.  Wir haben zum Verschrauben der Latten diese Dübel*(Werbung) und diese Edelstahl-Terrassenschrauben*(Werbung) verwendet. Dann konnten alle Latten der Unterkonstruktion ordnungsgemäß an ihrem Platz verschraubt werden (die Latten sollten vor dem Verschrauben vorgebohrt werden, damit sie nicht reißen). Das sah dann so aus:

Verschrauben der Latten für die Unterkonstruktion auf den Betonplatten

Nach der Fertigstellung der Unterkonstruktion geht es dann endlich weiter mit dem Verlegen der Terrassendielen.

Verlegen der Terrassendielen

Beim Verlegen der Dielen solltest du dir Gedanken darüber machen, welche Seiten man am meisten anguckt und dann von dort anfangen die Dielen zu legen. Der Sinn dahinter ist der, dass du dann an der Sichtkante mit einer Diele mit der kompletten Breite anfangen kannst. Wenn wir in unserem Fall jetzt hinten am Zaun angefangen hätten, dann hätten wir vorne zum Teich hin ein Brett längst sägen müssen. Und das sieht dann nicht so schön aus. Deswegen haben wir am Teich angefangen und uns dann zum Zaun hin gearbeitet. So konnten wir das längst gesägte Brett ganz an das Ende machen, an dem hinterher sowieso Möbel und Blumentöpfe stehen und wo man die Kante sowieso kaum noch sieht.

Da unsere kleine Terrasse sehr einfach aufgebaut ist konnten wir alle Dielen im Vorfeld schon mit unserer Kappsäge*(Werbung) zusägen und die Kanten anschleifen. So geht das Verlegen dann schneller von der Hand. Wir haben also am Rand in Richtung Teich angefangen. Für das einfachere Verlegen haben wir uns für Abstandshalter von Spax – SPAX Air Terrassendielen Abstandshalter 4,5mm*(Werbung) entschieden um gleichmäßige, für uns akzeptable Abstände zu ermöglichen. Darüber hinaus sorgen die Abstandshalter dafür, dass die Dielen nicht direkt auf der Unterkonstruktion liegen und sich womöglich Feuchtigkeit/Wasser dort sammelt. Die Halter bestehen aus 2 Ösen mit einem nach oben stehenden Stift für die richtigen Abstände. Die Halter werden verschraubt indem man durch die Diele, dann durch eine von den Ösen der Halter und dann in die Unterkonstruktion schraubt.

Zuerst mussten wir für die erste Reihe ein paar Halter in der Mitte teilen. Dafür sind schon Bruchkanten im Material vorgesehen. Diese „halben“ Halter werden dann auf der Unterkonstruktion verteilt. Auf jede Latte einen Halter. Und zwar zu der Seite an welcher später keine weitere Diele angelegt wird. Bei uns also zum Teich hin. Als nächstes werden, in Richtung der nächsten Dielen, komplette Halter verteilt. Jetzt wird es ein wenig fummelig. Du musst darauf achten, dass die Halter an den richtigen Positionen liegen wenn die erste Diele darauf platziert wird. Jetzt kann man auch noch alles schön korrigieren. Wenn die Diele erst mal festgeschraubt ist bewegt sich da nichts mehr. Die Diele und die Halter schön fest halten und dann alles mit Terrassenschrauben*(Werbung) verschrauben. Und nicht vergessen, die Dielen vorher zu Bohren und (je nach Material) zu senken. Das Vorbohren erfüllt hier den Sinn, das die Dielen durch das einschrauben der Schrauben nicht aufgespalten werden. Außerdem verschwinden so die Köpfe der Schrauben gut im Holz. Der Halter, in Richtung der nächsten Diele, steht nun also zur Hälfte unter der eben verschraubten Diele hervor und mit dem Stift bündig an der Kante der Diele. Auch an den Stirnseiten der Dielen werden für den richtigen Abstand Halter platziert. Nun kann die nächste Diele mit Haltern angelegt werden.

Beim Anschrauben der nächsten Reihen muss du nicht mehr sooo genau auf die Ausrichtung achten, denn die weiteren Reihen mit Dielen werden einfach gegen die Halter der vorherigen Reihe gedrückt und dann verschraubt. Hier zwei Bilder während unseres Terrassenbaus nach den ersten 7 verlegten Reihen:

Die zugesägten Terrassendielen und die ersten auf der Unterkonstruktion verschraubten Dielenreihen

Wenn du Dielen in guter Qualität hast und die einzelnen Dielen schön grade sind kannst du so nun Ruck-Zuck die ganze Terrasse fertig machen. Unsere Dielen waren leider, teils recht erheblich, verbogen/verdreht. Wir mussten beim verlegen darauf achten, dass die Dielen wenigstens zur nächsten Reihe hin gerade liegen. Dies konnten wir entweder durch einen größeren Abstand oder durch bearbeiten des Stifts, in der Mitte der Halter, bewerkstelligen.

Wenn nun alle Dielen verlegt sind kannst du nochmal nachschauen ob an den Stirnseiten die Dielen alle gleich lang sind. Sind sie es nicht hast du jetzt nochmal die Möglichkeit mit einer Kreis- oder Stichsäge die Dielen auf eine Länge zu bringen. Die fertige Terrasse sah bei uns so aus:

Die fertig gebaute Holzterrasse

An dieser Stelle müsst ihr nun noch unter der Terrasse an den Stirnseiten Dielen hochkant vor die Betonplatten schieben und mit den Latten verschrauben. Dies haben wir nicht gemacht, da wir wie oben bereits erwähnt eine LED-Beleuchtung installiert haben, welche mit speziellen Profilen, die in unserem Fall die Dielen davor ersetzen, installiert wird.

Wenn die Terrasse an sich nun fertig ist, geht es weiter mit der abschließenden Wetterschutzbehandlung.

Versiegelung der Holzterrasse als Wetterschutz für Langlebigkeit

Auch wenn man sehr wetterbeständiges Holz wie Douglasie, Lärche oder Eiche verwendet, führt eigentlich kein Weg daran vorbei, das Holz mit einem geeigneten Wetterschutz zu versiegeln. Hier gibt es spezielle Terrassenöle, die extra für diesen Zweck geeignet sind. Wir haben uns für das Osmo Terrassen-Öl in Grau*(Werbung) entschieden, da Holz sowieso auch trotz Behandlung irgendwann nachdunkelt und vergraut und eine graue Terrasse perfekt in das gesamte Farbkonzept der Umgebung passt. Nach dem ersten Anstrich sah die Terrasse so aus:

Die Terrasse nach dem ersten Anstrich mit dem grauen Terrassenöl

Den ersten Anstrich haben wir gründlich durchtrocknen lassen und dann noch einen finalen zweiten Anstrich vorgenommen. Besonders bei dem letzten Anstrich sollte man darauf achten, dass man wirklich jedes Loch, jede Kante und vor allem die Schraubenlöcher so gründlich wie möglich streicht, damit das Holz wirklich überall versiegelt ist. Nach dem zweiten und letzten Anstrich sah die Terrasse dann so aus:

Die Terrasse nach dem zweiten und finalen Anstrich mit dem grauen Terrassenöl

Der Glanz verschwindet nach einer kurzen Zeit durch Nutzung und Wetter von ganz alleine, so dass die Terrasse dann wieder natürlicher aussieht.

Und dann folgt das Finale, die Inbetriebnahme der Terrasse 😀

Erster gemütlicher Abend auf der Terrasse am Teich
Die fertige Terrasse an unserem Koiteich

Wir hoffen, Dir hat dieser Beitrag gefallen und Dich vielleicht motiviert selber eine Holzterrasse in Deinem Garten anzulegen. Außerdem genießt man das Sitzen auf einer selbstgebauten Terrasse viel mehr, als auf einer Terrasse, die man bauen lassen hat. Es ist zwar ein bisschen Arbeit, aber es lohnt sich definitiv.

 

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