Zusammenbau des IBC Teichfilters – IBC Filter selber bauen

Teichbau, Koi und Garten

Zusammenbau des IBC Teichfilters – IBC Filter selber bauen

IBC Teichfilter Koimatten

In diesem Beitrag zeigen wir Euch wie wir die Filtermaterialien aus dem vorherigen Beitrag „Vorbereitung der Filtermedien/Filtermaterialien für den Einsatz im Teichfilter“ in die IBC-Container eingebaut haben. Eine komplette Übersicht über die Planung und alle benötigten Teile für den Bau des Filters findest du im Artikel „Planung unseres Teichfilters

Aufstellen der IBC Container


Zuerst haben wir die IBC’s an der Stelle aufgestellt, an der später das Filterhaus entstehen wird. In diesem Zuge haben wir die hinteren zwei Container auch gleich in die richtige Tiefe eingegraben. Zwischen den Containern sollte es einen Höhenunterschied geben. Unsere Planung für das Aufstellen der IBC Container sah so aus:

Planung des Höhenunterschieds der IBC Container
Planung des Höhenunterschieds der IBC Container

Je größer der Unterschied ist, desto weiter „fällt“ das Wasser bis es im nächsten Container auf die Oberfläche trifft. Durch das Plätschern von einem in den nächsten Container wird das Wasser mit Sauerstoff angereichert. Zum einen brauchen die Fische den Sauerstoff und zum anderen die Bakterien im Filter, die durch Nitrifikationsprozesse für den Abbau von Schadstoffen wie Ammonium und Nitrit im Wasser sorgen.

Den ersten Container haben wir nicht eingegraben. Da wir Gehwegplatten um den Filter legen wollten, passte das optimal mit der Höhe, wenn der erste Container auf den Platten steht.

Aufstellen und Verbinden der IBC Container
Aufstellen und Verbinden der IBC Container

Dann haben wir die Schläuche (4 Stück mit je 50mm Durchmesser) an den Folienflanschen*(Werbung) in den Containern befestigt, damit das Wasser immer in den jeweils nächsten Container laufen kann. Beim ersten Container haben wir die Schläuche erst mal vergessen… Später ist uns dann eingefallen, dass das Wasser ja auch irgendwie in den ersten Container kommen muss. Also haben wir kurzerhand einfach nachträglich an der Innenseite Schläuche angebracht damit das Wasser aus dem Teich quasi von unten in den Container geleitet wird.

Bestücken der IBC Container mit den Filtermedien

Als nächstes haben wir die Filtermaterialien aus dem Keller geholt und alles vor dem Einsatz gründlich mit dem Gartenschlauch durchgespült, damit möglichst keine Plastikpartikel vom Schneiden der Schaumstoffmatten im Teich landen.

Abspülen der Filtermedien vor dem Einsatz
Abspülen der Filtermedien vor dem Einsatz

Die Filterbürsten*(Werbung) sind für die Bestückung des ersten Containers und dienen dort als „Grobschmutzfilter“. Natürlich bilden sich an den Borsten auch schon Bio-Bakterien, die für die nötige Nitrifikation sorgen. Befestigt haben wir die Filterbürsten indem wir Edelstahlstangen*(Werbung) am oberen Containerrand mit witterungsbeständigen Kabelbindern*(Werbung) befestigt haben und an diese dann die Bürsten gehängt haben. Zuerst wollten wir die Bürsten an den Stangen noch gegen verrutschen sichern, beim befüllen des Containers stellte sich aber schnell heraus, dass der Container schon relativ stramm gefüllt wird und so sowieso nichts verrutschen kann. Deswegen hat das einfache Aufhängen der Bürsten völlig gereicht.

Einhängen der Filterbürsten in den IBC Container
Einhängen der Filterbürsten in den IBC Container

Im nächsten Schritt kamen dann die Kartoffelsäcke mit den Filterwürfeln in die beiden anderen Container. Wie Du sehen kannst werden die Säcke einfach in die Container gestellt. Immer 6 Stück pro Container. Diese sollen zum Teil für die Feinfilterung sorgen und zum anderen natürlich eine riesige Besiedelungsfläche für Bakterien zur Verfügung stellen. Je nachdem wie viel Dreck in unserem Teich anfällt werden die Container sich über die Saison mehr oder weniger mit Schmutz befüllen und müssen dann von Zeit zu Zeit gereinigt werden. Darüber, wie der Filter gereinigt wird, werden wir dann einen separaten Beitrag berichten.

Bestücken der IBC Container mit den Filterwürfeln
Bestücken der IBC Container mit den Filterwürfeln

Auf die Kartoffelsäcke werden dann noch 3 Schaumstoffmatten (PPI30) mit je 5cm Stärke gelegt und gegen Auftrieb gesichert. Hier soll die mechanische Feinfilterung stattfinden. Die Matten sollen auf jeden Fall stramm in den Containern sitzen. So dass so gut wie kein Wasser an den Matten vorbeigehen kann. An den Stellen wo die Schläuche in die Container münden müssen die Matten natürlich eingeschnitten werden, damit sie möglichst dicht um die Schläuche herum gelegt werden können. Gesichert haben wir die Matten einfach mit übriggebliebenen Gehwegplatten. Hier kann man natürlich auch andere Schwere Steine verwenden.

Funktionsprinzip des Teichfilters aus IBC Containern

Ein paar Sachen bezüglich des Funktionsprinzips haben wir nun schon erwähnt. Wir versuchen jetzt mal ein bisschen detaillierter zu erklären wie das ganze System funktioniert.

Es handelt sich um ein gepumptes System. Das heißt es stehen Pumpen im Teich die das Wasser nach draußen zum Filter befördern. Für diese Art von Teichfilter, an dem die einzelnen Container mit 4 Stück von den 50mm Teichschläuchen verbunden sind reicht eine 12000 – 20000 l/h Pumpe völlig aus. Die Schläuche sollten, beim überlaufen in den nächsten Container, ungefähr zu der Hälfte bzw. max. 2/3 gefüllt sein, damit genug Sauerstoff für die Bakterien produziert wird. Wir haben die Regelbare OASE Eco Twin 20000*(Werbung). Bei 60-65% Leistung sind die Schläuche knapp über halb voll. Bei 90% sind sie komplett gefüllt. Das muss natürlich bei jedem Teich individuell getestet und eingestellt werden, da hier viele Faktoren wie z. B. die Höhe, in der die IBC Container stehen, die Schlauchlängen von der Pumpe zum Filter usw. eine Rolle spielen.

Bevor das Wasser nun jedoch zum Filter kommt, wird es in unserem Fall zuerst durch 2 UVC-Lampen, die parallel geschaltet sind, geleitet. Von dort aus geht das Wasser in den ersten der drei Container. An dem Container sind Folienflansche angebracht, an denen Schläuche montiert sind, die das Wasser nach ganz unten in den Container leiten. Der Container füllt sich quasi von unten.

Nun steigt das Wasser im Container an und wird dabei durch die Filterbürsten geleitet, bis dort hin wo am oberen Rand des Containers wieder Flansche mit Schläuchen montiert sind. Hier läuft das Wasser dann von selbst über die Schläuche in den nächsten Container.

Wieder kommt das Wasser ganz unten im Container an und steigt dann langsam nach oben. Jetzt allerdings nicht mehr durch die Filterbürsten sondern durch die mit Filterwürfeln gefüllten Kartoffelsäcke. Wenn es das Wasser bis hierher geschafft hat kommt jetzt die erste richtige Hürde. Die 3 je 5cm starken Filtermatten, die möglichst dicht in den Containern liegen, damit kein schmutziges Wasser an den Filtermatten vorbei kann. Der auszufilternde Dreck sammelt sich nun an der Unterseite der Filtermatten und fällt dann nach und nach ab um sich anschließend unten im Container zu sammeln.

Oberhalb der Filtermatten sollten ca. 5-10cm Platz sein bis die nächsten Flansche erreicht werden. Im dritten Container passiert nochmal genau das gleiche für noch feinere Filterung.

Jetzt läuft das Wasser wieder über Flansche mit angeschlossenen Schläuchen aus dem Filter. In unserem Fall geht es nun über unser „DIY Pflanzbecken mit Wasserfall als kleine Alternative zum Filtergraben“ zurück in den Teich. Alternativ könnte man auch ein HT- oder KG-Rohr nehmen und das Wasser direkt wieder in den Teich leiten.

Wann muss der Teichfilter gereinigt werden?

Durch die Filtermatten wird immer etwas Dreck durch kommen. Wenn der Filter dann sehr stark verdreckt ist wird sich auf den Filtermatten ein Sediment absetzen. Und wenn dieser 5-10cm Bereich soweit mit losem Sediment gefüllt ist, dass der Dreck droht über die Schläuche in entweder den nächsten Container oder zurück in den Teich zu laufen, müssen wir den Filter reinigen. Wie das genau abläuft zeigen wir in einem späteren Beitrag. So sah unser Filter dann fertig bestückt aus:

Der fertig bestückte IBC Teichfilter
Der fertig bestückte IBC Teichfilter

Ob das alles nun so funktioniert wie wir uns das vorstellen wird die Zeit zeigen. Dadurch, dass wir ja an unserem alten Teich schon Erfahrungen mit diesem Filterprinzip sammeln konnten, sind wir da aber ganz zuversichtlich. Zu guter Letzt werden die ausgesägten Deckel der IBC- Container einfach als Schutz oben drauf gelegt. Und Fertig ist der Filter!

In unserem nächsten Beitrag werden wir vom Bau unseres Filterhauses berichten. Hierbei werden wir sowohl auf die Planung, als auch auf den Bau selbst eingehen und Dir natürlich das fertige Filterhaus zeigen.

 

2 Antworten

  1. Braun sagt:

    Sehr undurchdacht der IBC-Filter
    Der Aufbau mit 50er Schläuchen ist kontraproduktiv.
    In der Regel nutzt man 110er-Verbindungen, mindestens 2 Stück.
    Ebenso die Nutzung von Schaumstoffwürfeln im Sack…das ist so oldschool aus den 70er-Jahren.
    Der Aufbau schaut so aus wie von Teichfilter-eu vorgestellt. Genauso sollte man Teich- oder Koifilter NICHT bauen.

    • Tobi sagt:

      Hallo Braun!
      Was ist denn an den Schläuchen „kontraproduktiv“? Ich meine durch 4x 50mm Schläuche läuft auch nur Wasser durch. Genau wie bei Rohren mit 110mm. Der Einzige Nachteil den wir dadurch haben ist, dass wir mit der Durchflussmenge etwas begrenzt sind. Aber für diese Art von Filter reicht der Durchfluss mit den 4 Schläuchen völlig aus!
      Und ob das mit dem Schaumstoff in den Beuteln nun Oldschool ist oder nicht, ist doch völlig egal! Es funktioniert! Und das schon seit vielen Jahrzehnten! Klar ist sowas mit einem Trommelfilter oder Endlosbandfilter nicht zu vergleichen. Aber genau so ist auch der Preis nicht zu vergleichen! Ich denke im Low-Budget Bereich ist das schon ok so.
      Das wichtigste an alledem ist, dass es den Fischen gut geht und die Wasserwerte stabil sind. Und bisher läuft die Sache Tadellos!
      Dennoch sind wir nicht unfähig aus Fehlern zu lernen! Sollte es auf lange Sicht Probleme mit diesem Filter geben die nicht in den Griff zu bekommen sind, können wir uns immer noch was anderes einfallen lassen! Und selbstverständlich wird das dann auf unserem Blog auch veröffentlicht!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.