Ein Mikroskop für die Gesundheit der Koi

Teichbau, Koi und Garten

Ein Mikroskop für die Gesundheit der Koi

Mikroskop mit Kamera

Wer das Koi-Hobby mit viel Interesse und Leidenschaft betreibt, für den könnte auch die Anschaffung eines eigenen Mikroskops sinnvoll sein. Warum das so ist, welches Mikroskop wir uns angeschafft haben und die ersten Erfahrungen damit, wollen wir mit Dir in diesem Beitrag teilen.

Gründe für die Anschaffung eines Mikroskops als Koihalter

In einem Koiteich kann es immer auch zu Problemen für die Koi durch Parasiten kommen. Das heißt nicht immer, dass der Koihalter Schuld daran hat, denn die Parasiten sind eigentlich immer in jedem Teich vorhanden, genau wie in jedem anderen natürlichen Gewässer auch. Im Normalfall sollten den Koi dadurch keine Probleme entstehen. Allerdings können sich Parasiten unter bestimmten Umständen besonders schnell vermehren und dadurch doch zu einem Problem werden. Aber auch ungünstige Wasserbedingungen wie extreme Temperaturen können dazu beitragen, dass Parasiten und Keime ein Problem für die Koi werden, wenn sie die Koi selbst bzw. ihr Immunsystem schwächen.

Ein gesunder Koi in gesundem Wasser kommt mit einer normalen Keim- und Parasitenbelastung zurecht, da diese wie bereits erwähnt natürlich und normal ist. Auch kann ein Neuzugang unter den Fischen oder der Besuch von Vögeln zu einem zusätzlichen Eintrag von Parasiten und Keimen führen. Wie man anhand dieser Aufzählung sieht, kann es jeden noch so gründlichen Koihalter irgendwann doch einmal treffen (auch wenn wir das natürlich nicht hoffen). Um auf Nummer sicher zu gehen und einen übermäßigen Befall der Koi mit Parasiten rechtzeitig zu erkennen bevor es zu spät ist und die ersten Koi evtl. schon Krankheitssymptome zeigen, empfiehlt sich die Anschaffung eines Mikroskops zur stichprobenartigen Kontrolle und Untersuchung der Koi. Auch beim ersten Auftreten von Symptomen einzelner Koi ist es von Vorteil ein Mikroskop zu haben, um Parasiten feststellen und die richtige Behandlung einleiten zu können, oder um Parasiten als Auslöser ausschließen zu können.

Ein weiterer Grund für die Anschaffung eines Mikroskops ist ohnehin die Faszination für den Mikrokosmos. Man kann damit nicht nur seine Koi und das Teichwasser auf Parasiten untersuchen, sondern auch unzählige andere interessante Objekte wie Insekten, Pflanzen, andere Gewässer, menschliche und tierische Gewebe und dabei sogar noch eine Menge lernen. Für manchen ist die Mikroskopie sogar ein eigenes Hobby.

Auswahl des Mikroskops

Für die Mikroskopie von Wasserproben, Feinschnitten und Abstrichen eignet sich am besten ein Durchlichtmikroskop, welches die Objekte von unten Durchleuchtet. Für die engere Auswahl des Mikroskops spielen die eigenen Ansprüche natürlich eine große Rolle. Es gibt monokulare (mit einem Okular zum Durchsehen), binokulare (zwei Okulare zum stereoskopischen Durchsehen mit beiden Augen) und trinokulare Mikroskope (stereoskopisches Durchsehen mit beiden Augen + drittes Okular zum Anschluss einer Kamera).

Da wir prinzipiell schon sehr gerne Kameraaufnahmen mit dem Mikroskop machen möchten (auch um Euch hier schöne Beispiele zeigen zu können), stand für uns fest, dass wir ein Trinokular benötigen. Hier geht es preislich gesehen natürlich erst etwas höher los, als bei Binokular Mikroskopen, aber es lohnt sich auf jeden Fall (wer möchte das unter dem Mikroskop gesehene nicht gerne mit schönen Fotos festhalten). Weiterhin war uns das Vorhandensein von einem Kreuztisch sehr wichtig, mit dem man das jeweilige Objekt in X- und Y-Richtung abfahren kann, ohne es mit der Hand hin und her zu schieben oder zu verwackeln. Nach unseren Anforderungen haben wir uns letztendlich für das Bresser Researcher Trino*(Werbung) entschieden, da es sich hierbei um einen guten Mittelweg zwischen super teuren professionellen Laborgeräten und absolut unbrauchbarem Billigschrott handelt.

Hier ein Foto von unserem Mikroskop:

Unser Mikroskop - Bresser Researcher Trino
Unser Mikroskop – Bresser Researcher Trino

Technische Daten des Bresser Researcher Trino

  • Durchlichtmikroskop
  • Dimmbare LED Beleuchtung
  • Vergrößerung: 40x-1000x
  • Tubus für den Anschluss einer Kamera
  • Voll justierbarer Abbe-Kondensor mit Irisblende
  • Präziser koaxialer Kreuztisch
  • Einstellbarer Augenabstand

Im Lieferumfang ist folgendes enthalten:

  • Trinokulares Mikroskop
  • 1 Paar DIN-Okulare WF 10x mit 23mm Durchmesser
  • 4-fach Objektivrevolver
  • 4 DIN-Objektive: 4x/0.1, 10x/0.25, 40x/0.65, 100x/1.25 Öl
  • Kondensor
  • Kreuztisch mit Nonius-Skala
  • Fein- und Grobfokustrieb
  • Immersions-Öl

Auswahl einer Kamera für das Mikroskop

Die günstigste Kamera für den Einsatz am Mikroskop scheint die Bresser Full HD Mikroskop Kamera*(Werbung) zu sein. Zur Qualität und Funktionalität können wir hier nicht viel sagen, da wir eine andere Kamera im Einsatz haben. Für mehr Informationen zur Bresser Kamera könnt ihr ggf. einfach mal die Amazon Rezensionen inkl. Bilder anschauen. Prinzipiell scheint man damit aber Fotos am Mikroskop machen zu können und das für wenig Geld.
Aufgrund eines anderen Hobbys von uns, nämlich der Astrofotografie, besitzen wir bereits eine Planetenkamera (Laut Amazon ist die Bresser Mikroskop Kamera auch für den Einsatz an Teleskopen für die Astrofotografie geeignet). Bei unserer Planetenkamera handelt es sich auch um ein relativ günstiges Modell.  Wir haben die ASI 120 MC*(Werbung) von ZWO, welche wir am Mikroskop auch schon erfolgreich eingesetzt haben (Bilder und Videos davon könnt Ihr weiter unten sehen).
Hier ein paar Bilder von unserer verwendeten Kamera:

Unsere Mikroskop- und Astrokamera: ZWO ASI 120 MC
Unsere Mikroskop- und Astrokamera: ZWO ASI 120 MC

Bei dieser Kamera ist der Einsatz verschiedener frei zugänglicher professioneller Softwarelösungen (z. B. FireCapture oder SharpCap) möglich, welche auch zuverlässig funktionieren. Ob die Nutzung dieser Software mit der Bresser Kamera auch möglich ist, können wir nicht sagen.
Aber falls Ihr Euch für eine Astrokamera entscheidet, benötigt Ihr einen zum Mikroskop passenden Kameraadapter. Wir haben diesen Kameraadapter*(Werbung) gekauft und können unsere Kamera damit erfolgreich am Mikroskop benutzen.

Erste Erfahrungen und Aufnahmen mit dem Mikroskop

Nachdem wir das Mikroskop ausgepackt und mit Okularen versehen hatten, konnten wir die ersten Wasserproben zu Testzwecken betrachten. Für das Betrachten von Proben/Objekten benötigt man natürlich noch Objektträger und Deckgläser*(Werbung).
Für die ersten Erfahrungen haben wir einfach ein paar Wasserproben aus unserem Pflanzbecken (von möglichst schmuddeligen Ecken unter den Pflanzen für spannenderes Material) genommen und jeweils einen Tropfen auf einen Objektträger gegeben. Diese Tropfen haben wir dann bei verschiedenen Vergrößerungen angesehen. Wer sowas noch nie gemacht hat, wird sich wundern, wie viel Leben in einem einzigen Wassertropfen zu finden ist.

Hier erstmal ein Bild von unserem Mikroskop im Betrieb mit angeschlossener Kamera, sowie der Live-Ansicht dazu auf dem PC, auf der man gerade diverse Algen sehen kann:

Live-Ansicht durch das Mikroskop
Live-Ansicht durch das Mikroskop

Durch die Analyse der ersten Testwassertropfen kam ein schönes Video von einem Bärtierchen zustande 😀

Ein Bärtierchen 😉

Alles in Allem macht das Mikroskop einen ersten guten Eindruck und scheint für den Zweck der Wasser- und Koiabstrich-Untersuchungen vollkommen ausreichend zu sein.

Als gute Literatur zum mikroskopieren aller möglichen Dinge bietet sich für Interessierte Das große Kosmos Buch der Mikroskopie*(Werbung) an. Speziell für die Mikroskopie von Wasser und Gewässerproben ist das Buch Das Leben im Wassertropfen*(Werbung) sehr empfehlenswert.

Zukünftige Anwendung für die Untersuchung der Koi auf Parasiten

Wie anfangs schon erwähnt, können mit Hilfe eines Mikroskops Haut- und Kiemenabstriche auf die gängigsten Koiparasiten wie Kiemenwürmer, Hautwürmer, Karpfenläuse, und Einzeller wie z. B. Ichthyophthiriasis, Costia, Trichodina, Chilodonella, Apiosoma und Glockentierchen untersucht werden. Dafür werden wir das Mikroskop zukünftig auch verwenden und dazu extra Beiträge mit Fotos und Videos dazu für Euch schreiben.

Nutzt Ihr evtl. auch selbst Mikroskope als Koiteichbesitzer? Falls ja schreibt gerne mal etwas über Euer verwendetes Mikroskop und eure praktische Anwendung.

 

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