Anbringen eines Sonnensegels als Sonnenschutz und Reiherschutz über unserem Koiteich

Teichbau, Koi und Garten

Anbringen eines Sonnensegels als Sonnenschutz und Reiherschutz über unserem Koiteich

Sonnensegel über unserem Koiteich

In diesem Beitrag erklären wir, warum wir ein Sonnensegel über unserem Koiteich installiert haben. Außerdem erklären wir auch, wie wir es platziert, ausgesucht, angebracht und gespannt haben.

Warum ein Sonnensegel über dem Koiteich sinnvoll ist

Es gibt mindestens drei gute Gründe, die dafür sprechen ein Sonnensegel über dem Teich zu installieren. Erstens bringt es einen beschatteten Bereich im Teich für die Fische, in dem sich das Wasser im Sommer nicht so aufheizt und schützt die Koi vor einem Sonnenbrand. Ja so etwas gibt es tatächlich und kommt häufig in gut gepflegten Teichen mit schönem klarem Wasser vor. Durch das klare Wasser können die UV-Strahlen der Sonne nämlich sogar in tiefere Wasserschichten vordringen und auch dort noch zu Sonnenbrand führen. Zweitens wird den Algen im beschatteten Bereich das Sonnenlicht genommen und somit ihr Wachstum gehemmt. Also lässt sich durch ein Sonnensegel über dem Teich sogar das Algenwachstum etwas ausbremsen. Und der dritte positive Aspekt eines Sonnensegels über dem Koiteich ist, dass dem Fischreiher die Sicht auf den Teich blockiert wird. Dadurch wird es also unwahrscheinlicher, dass der Reiher den Teich für sich entdeckt und auf Jagd geht. Auch wenn nicht der ganze Teich, sondern nur ein Teilbereich von einem Sonnensegel verdeckt ist, bringt dies eine gewisse Schutzfunktion vor dem Fischreiher. Fischreiher mögen es nicht besonders gern, wenn etwas über dem Teich gespannt ist oder Schnüre oben in der Luft über dem Teich sind, da ihm dadurch die Flug- und Fluchtbahn blockiert wird. Darüber hinaus kann ein Sonnensegel auch noch gut aussehen. Also hiermit haben wir vermutlich genug gute Gründe genannt, die für eine Installation eines Sonnensegels über einem Koiteich sprechen. Im folgenden gehen wir näher auf die Planung unseres Sonnensegels ein.

Planung, Platzierung und Auswahl unseres Sonnensegels für den Koiteich

Als erstes sollte man sich gut überlegen wo das Sonnensegel genau hin soll, welchen Bereich es beschatten soll und dabei auch gleich an Befestigungsmöglichkeiten denken. Wir hatten uns von vornherein für eine Teilbeschattung mit einem dreieckigen Sonnensegel entschieden. Als Brainstorming und Planungshilfe für die genaue Positionierung haben wir dann eine Skizze unseres Teiches, welche in der Teichplanungsphase entstanden ist, verwendet.

Planung des Sonnensegels

Hier haben wir dann mögliche Befestigungspunkte und die Position ausgesucht, an welcher das Sonnensegel später ungefähr sein sollte. Anschließend haben wir die Entfernungen zwischen den Punkten genau ausgemessen und ebenfalls in die Skizze eingetragen (die Pinken Linien entsprechen den Entfernungen der Befestigungspunkte, sie kennzeichnen nicht das Sonnensegel an sich). Damit hatten wir eine grobe Übersicht, mit der wir dann die Größe des Sonnensegels planen konnten. Wir haben uns für ein Sonnensegel in der Größe 4,60 x 4,60 x 4,60 m entschieden, und dafür die Befestigungspunkte noch ein wenig abgeändert.

Benötigte Materialien zur Installation und Befestigung des Sonnensegels

Optimal ist es natürlich, wenn man schon nutzbare Befestigungspunkte für ein Sonnensegel hat. Dabei muss auf jeden Fall berücksichtigt werden, dass bei Wind enorme Kräfte auf ein Sonnensegel wirken. In unserem Fall konnten wir die Mauer von unserem Filterhaus und einen massiven Betonpfeiler von unserem Zaun verwenden. Da der dritte Befestigungspunkt aber nicht nur in der Entfernung, sondern auch im Winkel genau passen muss, konnten wir hier keinen vorhandenen Punkt nutzen. Also mussten wir einen Mast zur Befestigung des Sonnensegels an der richtigen Stelle setzen. Hierfür hatten wir noch einen 2,50 m langen verzinkten Rohrpfosten aus Stahl mit einem Durchmesser von 60 mm liegen. Der lag hier schon in der Garage als wir das Haus damals gekauft haben und hatte nun endlich seine Bestimmung gefunden. Um diesen sicher im Erdboden zu verankern haben wir diese Bodenhülse*(Werbung) und 7 Säcke Fix-Beton besorgt. Zusätzlich als Wasserablauf (falls irgendwann mal Wasser in den Mast regnet) haben wir ein Stück 25mm PCV Rohr*(Werbung) verwendet.

Die Bodenhülse für das Sonnensegel

Die Bodenhülse war uns besonders wichtig, weil es so auch möglich ist, den Mast bei Bedarf einfach zu entfernen. Wenn man z. B. im Winter das Sonnensegel über dem Teich nicht benötigt, muss man so nicht auf einen Sinnlosen Mast im Garten schauen und kann diesen ebenfalls einfach aus dem Boden ziehen und einlagern.

Zum Befestigen des Segels haben wir dann noch ein Drahtseilset*(Werbung)bestehend aus einem 15 Meter langen Edelstahl-Drahtseil (Edelstahl sollte es über dem Teich dann doch schon sein), 2 Spannschlössern und 6 Seilklemmen, sowie diese Augplatten*(Werbung) aus Edelstahl zum Einhängen des Seils und Drahtseilkauschen*(Werbung) gekauft.

Unsere Befestigungsmaterialien für das Sonnensegel

Nachdem alle Materialien vorhanden waren, konnte es mit dem Aufbau dann endlich losgehen.

Aufbau des Sonnensegels

Für den Aufbau des Sonnensegels ist es wie oben bereits erwähnt sehr wichtig, dass die Befestigungspunkte genau im richtigen Winkel zu den Spitzen des Sonnensegels liegen. Um das zu gewährleisten muss man bei einem dreieckigen Sonnensegel wirklich mit vier Personen arbeiten. Drei Personen halten das Segel möglichst straff (ggf. mit Seilen) an der richtigen Position, wo es später auch hängen soll, während die vierte Person die Befestigungspunkte genau markiert. Nachdem wir das erledigt hatten (hier nochmal vielen Dank an unsere fleißigen Helfer), haben wir die Augplatten, an dem das Sonnensegel später mit den Spannschlössern eingehängt wird, an dem Zaunpfeiler und an der Wand vom Filterhaus befestigt:

Die angeschraubten Augplatten

An dem dritten markierten Punkt musste in unserem Fall noch der Mast gesetzt werden. Dazu haben wir erstmal ein 50 x 50 großes Loch mit einer Tiefe von 80 cm ausgehoben. Hierzu werden Spaten, Schaufel und Schubkarre benötigt. Die Vorbereitungen und Anfänge der Grabearbeiten sind in den ersten beiden Bildern unten zu sehen.

Fundament ausheben und setzen der Bodenhülse

Zum Einbetonieren haben wir Garten- und Landschaftsbau Fixbeton verwendet. Dieser kann Schicht für Schicht trocken in Pulverform in das Loch eingebracht und anschließend einfach mit der auf dem Sack angegebenen Menge Wasser begossen werden. Der Beton wird nach wenigen Minuten schon sehr fest, so dass man dann zügig weitere Schichten aufbringen kann. Bevor der erste Beton in das Loch eingebracht wird, muss das PVC-Rohr schonmal richtig platziert werden. Denn wichtig ist, dass unter und in dem PVC-Rohr kein Beton ist. Denn ansonsten kann das Wasser nicht ablaufen. Nachdem die ersten 20 cm Beton eingebracht waren, konnte dann die 50 cm tiefe Bodenhülse mit in dem Beton platziert werden. Hier muss man gut aufpassen, damit die Bodenhülse wirklich in der richtigen Tiefe platziert wird, so dass sie später auch wirklich ebenerdig abschließt. In unserem speziellen Fall haben wir die Bodenhülse ebenerdig mit einer Gehwegplatte abschließen lassen. Dies muss man nicht zwingend tun, aber es erleichtert das Rasenmähen ungemein. Und da wir einen Rasenmähroboter im Einsatz haben, bleibt auch so kein hoher Rasenrand um den Mast stehen, welchen wir später extra entfernen müssen. Die fertig einbetonierte Bodenhülse sah so aus:

Die einbetonierte Bodenhülse (links) und der fertig gesetzte Mast (rechts)

Im linken Bild ist die fertig einbetonierte Bodenhülse zu sehen, wobei die Höhendifferenz für die darauf zu platzierende Gehwegplatte berücksichtigt wurde. Im rechten Bild ist die Gehwegplatte bereits verlegt und der Mast in der Bodenhülse befestigt. Damit wir die Gehwegplatte nicht in mehrere Teile schneiden müssen und unansehnliche Fugen entstehen haben wir einen Winkelschleifer genommen und mit einer Diamantbohrkrone ein passendes rundes Loch in die Platte geschnitten. Für solche Zwecke verwenden wir dieses Diamantbohrkronen-Set*(Werbung). Zum Schluss musste dann nur noch die letzte Augplatte an dem Mast angeschraubt werden und das Sonnensegel konnte eingehängt werden. Zum Einhängen des Sonnensegels musste das Drahtseil natürlich noch mit Hilfe eines Winkelschleifers in die richtigen benötigten Längen zugeschnitten werden.

Anschließend wird das Seil an der einen Seite in die Ösen des Sonnensegels eingehängt und auf der anderen Seite an durch die Öse des Spannschlosses gezogen, welches wiederum in der Augplatte eingehängt wird. Das Seil wird über eine Drahtseilkausche gelegt und am Ende mit jeweils drei Drahtseilklemmen fixiert (siehe Bild unten).

Befestigung des Drahtseils mit dem Spannschloss

Das Endergebnis – Das fertig gespannte Sonnensegel über unserem Koiteich

Im Bild unten ist das fertig montierte Sonnensegel über unserem Koiteich zu sehen.

Das Sonnensegel über unserem Koiteich

Wir sind mit dem Ergebnis zufrieden und hoffen auf glückliche Koi ohne Sonnenbrand und ohne Besuch vom Fischreiher 😉

 

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