Das Pflanzbecken ein Jahr nach Bau und Inbetriebnahme

Teichbau, Koi und Garten

Das Pflanzbecken ein Jahr nach Bau und Inbetriebnahme

Pflanzbecken aktuell

Da wir ja versprochen haben, regelmäßig über die Enwticklung unseres Teichs zu berichten, wollen wir in diesem Beitrag zeigen, wie sich das Pflanzbecken knapp ein Jahr nach Fertigstellung und Inbetriebnahme des Teichs entwickelt hat. Den Beitrag zum Bau des Pflanzbeckens findest Du hier, falls Du ihn noch nicht kennst: „DIY Pflanzbecken mit Wasserfall als kleine Alternative zum Filtergraben“.

Entwicklung des Pflanzbeckens nach einem Jahr
Das Pflanzbecken wurde am 17.07.21 nach Fertigstellung bepflanzt. Der Teich selber ist am 25.07.2021 befüllt worden und in Betrieb gegangen (zu dem Zeitpunkt natürlich noch ohne Fische). Mittlerweile haben wir September 2022, also hatte das Pflanzbecken quasi schon seinen ersten Geburtstag. Hier ein vorher – nachher Bild (unten links aufgenommen am 17.07.21 und unten rechts am 28.08.22):

Das Pflanzbecken vorher und nachher

Auf jeden Fall ist dieses Jahr schon einiges an Pflanzenmasse mehr in dem Becken vorhanden.

Welche Pflanzen sind in dem Pflanzbecken – Die aktuelle Bepflanzung

Wie in dem Beitrag zum Bau des Pflanzbeckens versprochen, kommt hier nun eine genaue Auflistung der kompletten Bepflanzung dieses Beckens. Dies ist eine aktuelle Momentaufnahme aus dem August/September 2022, denn seit der Fertigstellung sind schon ein paar Pflanzen ausgetauscht worden oder auch einfach welche dazugekommen. Und wer weiß was in Zukunft von den Pflanzen eventuell noch eingeht, entfernt werden muss oder vielleicht auch einfach dazu gekauft wird. Die momentane Bepflanzung sieht jedenfalls wie folgt aus:

  • Große Marante – Thalia dealbata
  • Wasserreis – Zizania aquatica
  • Kardinals Lobelie – Lobelia cardinalis
  • Gewöhnlicher Blutweiderich – Lythrum salicaria
  • Wasserminze – Mentha aquatica
  • Hechtkraut – Pontederia cordata
  • Rote Sumpfschwertlilie (Wasserlilie) – Iris louisiana ‚Ann Chowing‘
  • Tannenwedel – Hippuris vulgaris
  • Aufrechter MerkBerula erecta
  • Pfennigkraut – Lysimachia nummularia

Das Pflanzbecken nach einem Jahr

Insgesamt haben sich die Pflanzen gut entwickelt, wobei auffällt, das einige Arten sich besser entwickelt haben als andere. Hier eine Frontalansicht des Pflanzbeckens aus dem September 2022:

Das Pflanzbecken aktuell (September 2022)

Auffällig ist, dass sich der Blutweiderich (die große unübersehbare Pflanze mit den lila Blüten) und das Pfennigkraut (in den Bildern hier nicht sichtbar, da es eher auf der Wasseroberfläche wächst) extrem ausgebreitet haben. Die meisten anderen Pflanzen sind zwar gewachsen und blühen auch wieder, aber alles in allem ähnlich wie im letzten Jahr.

Eine auf den ersten Blick recht unscheinbar wirkende Pflanze haben wir letztes Jahr gekauft, welche zum einen auch ganz schön gewachsen ist und zum anderen dieses Jahr das erste Mal geblüht hat. Ich rede von der Thalia dealbata. Beim Kauf war eine kleine Infotafel dabei:

Infokarte zur Thalia dealbata

Hier nun aber mal Fotos von der Pflanze selber, welche aufgrund der Höhe von ca. 1,50 m auf zwei Bilder aufgeteilt sind, um die Blätter (Bild unten links) und die Blüte (Bild unten rechts) zeigen zu können:

Stiel und Blüte der Thalia dealbata in unserem Pflanzbecken

Wenn wir mal ehrlich sind, wussten wir gar nicht so genau was wir da gekauft haben. Aber es ist angewachsen und blüht jetzt. Deshalb wollte Fotos für diesen Beitrag davon machen und dann ist mir aufgefallen, dass da eine Wespe in der Blüte ist (siehe Bild oben rechts). Die Wespe war allerdings verdächtig still und bewegungslos… sie schien tot in der Blüte zu stecken. Dann haben wir genauer hingeschaut und gesehen, dass in vielen anderen Blüten auch tote Insekten stecken.

Nach einiger Recherche im Internet haben wir herausgefunden, dass es sich nicht um eine Fleischfressende Pflanze handelt, was wir zuerst dachten. Die Insekten scheinen durch einen etwas sonderbaren Bestäubungsmechnismus dieser Pflanze gestorben zu sein. Und zwar ist es bei allen Pfeilwurzgewächsen, zu welcher auch die Thalia dealbata gehört, so dass der Griffel bei Berührung (Bestäubung durch Insekten) explosionsartig zusammenrollt und dabei den Pollen vom Griffel an den Bestäubern anheftet und gleichzeitig den bereits am Bestäuber vorhandenen Pollen aufnimmt. Dieses explosionsartige Ausrollen des Griffels kann die bestäubenden Insekten durch die Wucht allerdings erschlagen/erwürge, was bei uns auch der Fall gewesen sein muss. Wir haben einiges an Recherchearbeiten im Internet durchgeführt und dabei auch viele Erfahrungsberichte in Foren gelesen, bei denen die selben Beobachtungen wie bei uns gemacht wurden, nämlich das etliche tote Insekten in den Blüten hängen. Da dies eigentlich nicht Sinn und Zweck der Pflanze sein kann, seine Bestäuber zu töten, kann es eigentlich nur daran liegen, dass diese Pflanzen hier nicht heimisch sind und dieser Bestäubungsmechanismus unseren Insekten daher nicht bekannt ist. Aber genau wissen tun wir es nicht. Hier mal eine Nahaufnahme von den Blüen, wobei der Mechanismus in der linken Blüte noch nicht ausgelöst wurde, in der rechten aber schon:

Nahaufnahme einer Blüte der Thalia dealbata mit ausgelösten und nicht ausgelöstem Blütenmechanismus

Nachdem wir etwas mehr über diesen Bestäubungsmechanismus nachgelesen haben, haben wir mit einem kleinen zarten Stöckchen versucht das explosionsartige Zusammenrollen des Griffels zu provozieren und mit der Kamera festzuhalten. Ganz einfach war es ehrlich gesagt nicht, da es unfassbar schwierig ist, diesen sehr schnellen Prozess gleichzeitig zu provozieren und dann auch noch so zu filmen, dass man den Prozess in dem Video tatsächlich erkennen kann. Es standen nur die Blüten, die oben auf den Bildern zu erkennen sind (abzüglich der bereits durch Insekten ausgelösten Blüten) für das Experiment zur Verfügung. Hier aber ein gelungenes Video davon, wie wir den Prozess mit einem Blattstängel provozieren konnten:

Thalia dealbata Blütenmechanismus

Tatsächlich haben wir insgesamt sechs Versuche gebraucht um ein einigermaßen brauchbares Video davon zu machen. Entweder man konnte den Prozess einfach nicht erkennen, oder man hat dabei so gezuckt und gewackelt, dass es dadurch nicht erkennbar war. In dem Video oben sieht man auch schön, dass selbst der schmale Blattstängel nach dem Ausrollen des Griffels in der Blüte festgehalten wird.  

Und um nun noch einmal zum ursprünglichen Thema des Pflanzbeckens zurückzukommen, hier noch ein Foto von der Rückseite des Beckens (beleuchtet in der Abenddämmerung):

Beleuchtetes Pflanzbecken in der Abenddämmerung

Im Vergleich zum letzten Jahr ist der Wasserreis eher etwas dürftig in seinem Wachstum. Letztes Jahr war er irgendwie dichter. Vielleicht müssen wir uns doch mal über speziellen Dünger Gedanken machen. Da die Saison aber nun fast vorbei ist, reicht das vermutlich auch im nächsten Jahr.

Und hier einfach noch ein schönes Video bei Abenddämmerung von dem kleinen Wasserfall, der in das beleuchtete Pflanzbecken mündet.

Der beleuchtete Wasserfall in der Abenddämmerung

Aber auch die Pflanzen im Kiesbeet neben dem Pflanzbecken haben sich innerhalb eines Jahres erstaunlich gut entwickelt. Der Fächer-Ahorn „Acer palmatum“ und das Zebragras „Miscanthus sinensis ‚Zebrinus’“ haben erstaunliches Wachstum gezeigt. Hier ein vorher/nachher Bild im Abstand vom ziemlich genau einem Jahr:

Die Entwicklung der Bepflanzung des Kiesbeets um das Pflanzbecken herum innerhalb eines Jahres

Das nächste und letzte Bild dieses Beitrags zeigt einfach nur die Gesamtstimmung im Garten in der Dunkelheit. Der Teich und das beleuchtete Pflanzbecken sind hier im Hintergrund hinten links zu sehen.

Stimmung im beleuchteten Garten und im Hintergrund beleuchtetes Pflanzbecken

Mal sehen, wie sich das Pflanzbecken, der Teich und die sonstige Bepflanzung der Uferzonen in den nächsten Jahren entwickeln wird. Wir sind selbst gespannt und werden hier natürlich weiter darüber berichten.

 

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