Ein selbstgebauter Vliesfilter oder ein Filtersack zur Filterung von Algen und Schwebstoffen

Teichbau, Koi und Garten

Ein selbstgebauter Vliesfilter oder ein Filtersack zur Filterung von Algen und Schwebstoffen

In diesem Beitrag zeigen wir Dir hier unseren selbstgebauten Filtersack aus Teichvlies, welchen wir in der Einlaufphase im Frühjahr zur Unterstützung der Algenbekämpfung in Form von Feinstfilterung nutzen. Hier sei schon mal vorweg gesagt, es funktioniert! Wir waren anfangs sehr skeptisch, aber da der Bau fast nichts kostet, haben wir es einfach ausprobiert.

Die Grundidee

Die erste Idee für ein derartiges Konstrukt ist in der Einlaufphase des gerade neu gebauten Teichs in seiner vollen Algenblüte entstanden. Auch wenn es eigentlich eher sinnlos ist, so googelt man doch einfach mal danach, wie man Schwebealgen aus dem Teich filtern könnte, um den natürlichen Prozess etwas zu beschleunigen. Da Schwebealgen viel zu klein sind um sie einfach herauszufiltern, haben wir bei unseren Recherchen auch oftmals genau diese Bedenken in Foren gelesen. Es sei einfach nicht möglich Schwebealgen zu filtern, da sie so klein sind, dass sie durch alle Filtermedien durchgehen. Allerdings sind wir bei unserer Suche tatsächlich auf einige Experimente und Ideen gestoßen, die vielversprechend aussahen. So gab es in dem einen oder anderen Forum tatsächlich durchgeführte Experimente mit selbstgenähten Filtertüten/Filterstrümpfen/Filtersäcken aus Teichvlies, die vorübergehend an den Wasserrücklauf ins Teichbecken gehängt wurden. Die Experimentatoren schrieben hier von Erfolgserlebnissen und einer deutlichen Aufklarung des Wassers, während die Kritiker natürlich schrieben, dass das nicht von dem Filtersack kommt, sondern auf den natürlichen Rückgang der Algenblüte zurückzuführen sei.
Da man bei dem Versuch allerdings nichts zu verlieren hat, und es einen je nach Teichrücklauf nur ein paar Meter Teichvlies kostet, haben wir beschlossen es einfach selbst auszuprobieren.

Bau des Filtersacks und seiner Befestigung

An unserem Teich führt kein einfacher Rücklauf durch einen Schlauch oder ein Rohr (an dem man einfach einen Sack aus Teichvlies mit einer Schelle befestigen könnte), sondern ein 60 cm breiter Wasserfall das Wasser aus dem Filter zurück in den Teich. Somit mussten wir erst eine Holzkonstruktion zur Befestigung des Filtersacks unter dem Wasserfall entwerfen und bauen.

Die Konstruktion sollte einfach über den Rand unseres Pflanzbeckens gehängt werden können, so dass der Filtersack dann später genau unter dem Wasserfall hängt. Das Gestell dafür haben wir einfach aus Resten von vorhandenen 60 x 40 mm Latten zusammengeschraubt.

Bau der Holzkonstruktion für den Filtersack

Damit sollte kein Design-Wettbewerb gewonnen werden, sondern es musste einfach nur stabil werden. Da die Maße hier individuell auf unser Pflanzbecken zugeschnitten sind, macht es keinen Sinn das hier genau zu beschreiben. So sah das fertige Grundkonstrukt aus Holzlatten für die Befestigung des Filtersacks aus:

Test der Holzkontruktion am Pflanzbecken

Die noch auf dem Teichrand liegenden Holzstücke wurden später noch unten an das Gestell angebracht und dienen als diagonale Stützen an der Pflanzbeckenwand, denn der Filtersack kann im zugesetzten Zustand ziemlich schwer werden.

Als nächstes musste jetzt der Filtersack hergestellt werden. Dafür haben wir einfaches Teichvlies 200g/m²*(Werbung) gekauft, auf Maß zugeschnitten und von einer guten Freundin mit der Nähmaschine zu einem stabilen Sack zusammennähen lassen. Für den Fall der Fälle haben wir gleich zwei dieser Säcke von ihr zusammennähen lassen, falls einer mal kaputt geht. An dieser Stelle nochmal vielen lieben Dank an unsere Freundin für die Nähkünste.

Hier wird der Filtersack von unserer Freundin fleißig genäht

Ein fertig genähter Teichvlies-Filtersack sah dann so aus:

Ein fertig genähter Filtersack aus Teichvlies

Den fertigen Filtersack haben wir anschließend mit einem Elektrotacker auf den Holzlatten der Wasserfalldurchführung  des Gestells festgetackert, so dass der Wasserfall später genau in den Sack mündet. Das fertige Gestell mit Filtersack im Einsatz während der Algenblüte des gerade neu angelegten Teichs ist hier zu sehen (das war der erste Test nach Fertigstellung):

Der Filtersack im Einsatz während der Algenblüte unseres neu angelegten Teichs

Und hier noch ein Bild aus diesem Frühjahr nach der Wiederinbetriebnahme des Filters:

Einsatz des Filtersacks bei der Wiederinbetriebnahme des Filters nach dem Winter

Natürlich ist der Filtersack mit dem Gestell eine optische Katastrophe, aber er kommt nur in Extremphasen oder beim Einsetzen der Algenblüte kurzfristig (höchstens 1 Woche) zum Einsatz. Deshalb kann man damit ganz gut leben. Deshalb gehen wir nun auf unsere ersten Testergebnisse und Erfahrungen ein.

Der Filtersack im Einsatz – Erste Erfahrungen

Die am besten dokumentierten Testergebnisse sind in diesem Jahr nach der Wiederinbetriebnahme des Filters entstanden. Das wir eine Unterwasserkamera*(Werbung) in unserem Teich verbaut haben, konnten wir so einfach alle paar Tage ein Foto aufnehmen und den Trübungsgrad des Wassers im Verlauf der Zeit so vergleichbar dokumentieren. Das ist mit Fotos von der Wasseroberfläche nicht ganz so einfach möglich, da hier viele Spiegelungen und der Sonnenstand die Beurteilung und Vergleichbarkeit der Bilder erheblich erschweren. Hier sind 4 Aufnahmen ein einem Zeitraum von 5 Tagen zu sehen. Reihenfolge von oben links nach unten rechts.

Unterwasseraufnahmen zur Veranschaulichung der Verbesserung der Sichtweite unter Wasser

Das erste Bild ist vom 13.03. und zeigt sozusagen den Zeitpunkt T0. Das zweite Bild (oben rechts) ist vom 15.03, also zwei Tage später aufgenommen worden. Hier ist schon eine deutliche Aufklarung zu erkennen (unten rechts in dem Foto kann man schon schemenhaft die Pumpe erahnen). Das dritte Bild ist vom 18.03 morgens, also am fünften Tag nach dem Einhängen des Filtersacks entstanden. Hier sieht hat man nun schon Sichtweiten von ca. 4 bis 5 Metern. Das vierte und letzte Bild ist auch vom 18.03. (aber nachmittags), wo dann schon eine Sichtweite von 6 bis 7 Metern erreicht wird. Immerhin konnte man 6 Stunden vorher das Holzgestell (unser Seerosenpflanzgestell) noch nicht wirklich erkennen.

Bei klarem Wasser sehen die Fische in der Unterwasserkamera natürlich viel schöner aus. Damit das auch glaubwürdig ist, hier noch ein Foto von zwei Tagen später.

Unterwasser Aufnahme unserer Fische nach dem Einsatz des Filtersacks

Falls Dich das Thema Unterwasserkamera auch interessiert, kannst Du Dir auch gerne unseren Beitrag über die Kamera anschauen „Überwachung vom Koiteich mit fest installierter Kamera (Unterwasserkamera)“. Hier zeigen wir welche Kamera wir verwenden, was dafür notwendig ist und erklären auch, wie sie installiert wurde.

Zurück zum Testergebnis. Die Aufklarung des Wassers innerhalb von nur fünf Tagen wäre ohne den Einsatz des Filtersacks definitiv nicht möglich gewesen. Ein Absterben der Algen, dauert in der Regel schon 2 – 4 Wochen, je nach verwendeter UVC-Lampe. Warum das Algen Filtern mit dem Filtersack doch funktioniert, obwohl Schwebealgen eigentlich viel zu klein sind, lässt sich aber erklären. Der Filtersack setzt sich mit der Zeit mit feinen Schwebstoffen zu. Da Teichvlies schon ein relativ dichtes Material ist, geht das auch bei eigentlich sauberem Wasser relativ schnell. Dadurch wird die eigentliche Porengröße des Filtermaterials (Teichvlies) noch viel kleiner und es bleiben zwangsläufig auch die kleinsten Schwebealgen darin hängen.

Wir haben den Sack nach zwei Tagen einmal herausgenommen und mit dem Gartenschlauch gründlich gereinigt, da der Wasserstand in dem Filtersack schon 20 cm über dem Teichwasserspiegel war, was auf ein Zusetzen des Vlieses hindeutet. Wir haben keinerlei Fadenalgen und trotzdem war dort eine Menge dunkelgrüner feinster Algen am Teichvlies, der ausgespült werden musste. Dann wurde der Sack wieder eingehängt und hat noch einmal drei Tage das Wasser gefiltert.

Dass mit dem durch Schwebstoffe zugesetzten Teichvlies die Porengröße abnimmt und dann auch Schwebealgen gefiltert werden können, zeigen Bild drei und vier in dem Vergleichsbild oben sehr schön. Am dritten Tag (wo das Teichvlies vom Filtersack natürlich schon wieder enorm zugesetzt war) hat sich die Trübung des Wassers innerhalb von nur 6 Stunden erheblich verbessert.

Hier dazu auch noch ein Foto von der Oberfläche, was den Rückgang der Wassertrübung zeigt:

Klares Wasser bis zum Teichgrund in einer Tiefe von 1,80 m

Und wir haben absolut keine chemischen Mittel zur Algenbekämpfung verwendet!

Deshalb von uns das Fazit: Wenn man die Möglichkeit hat, an seinem Wasserrücklauf einen Filtersack aus Teichvlies zu befestigen, dann lohnt es sich auf jeden Fall es einmal unterstützend auszuprobieren. Bei uns hat es wirklich super funktioniert und man hat eigentlich nichts zu verlieren außer ein bisschen Teichvlies 🙂

 

2 Antworten

  1. Saskia Esly sagt:

    Hallo finde ich auf eurer tollen Homepage wie man am besten einen Überlauf baut?

  2. Sammy sagt:

    Hallo Saskia,

    wie wir den Überlauf von unserem Pflanzbecken gebaut haben kannst Du Dir in diesem Beitrag hier anschauen. https://koiteichblog.de/teichbau-cat/diy-pflanzbecken-mit-wasserfall-als-kleine-alternative-zum-filtergraben/
    Ich hoffe das hilft Dir weiter. Ansonsten haben wir noch in dem Beitrag https://koiteichblog.de/teichbau-cat/bau-unseres-diy-zeolith-filterbeckens/ beschrieben, wie der kleine Überlauf aus dem einen Becken in das andere gebaut wurde.
    Viel Spaß und Erfolg wünschen wir Dir bei deinem Teichprojekt.

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