Smarte Temperaturüberwachung am Koiteich – ganz einfach und bezahlbar

Teichbau, Koi und Garten

Smarte Temperaturüberwachung am Koiteich – ganz einfach und bezahlbar

Temperaturueberwachung Koiteich September

Du möchtest deinen Gartenteich oder deinen Koiteich gerne temperaturtechnisch überwachen und jederzeit sehen können, welche Temperatur das Teichwasser hat? Hierfür gibt es tatsächlich schon sehr gute und trotzdem einfache Lösungen. In diesem Beitrag zeigen wir Dir mit welchen Thermometern wir unseren Koiteich überwachen. Des Weiteren zeigen wir Dir auch die Möglichkeiten zur Auswertung und Visualisierung von Temperaturverläufen über beliebige Zeiträume.

Gründe für eine Temperaturüberwachung am Koiteich

Für eine Temperaturüberwachung am Koiteich gibt es viele verschiedene Gründe.
Wer zum Beispiel im Winter eine Teichheizung betreibt, möchte natürlich wissen, welche Temperatur sein Wasser aktuell hat um die Heizung entsprechend zu steuern. Für Koi hat Wasser eine optimale Temperatur im Bereich von 22 – 26 °C, wo im Sommer darauf geachtet werden sollte, dass das Wasser auch nicht viel Wärmer wird. Denn je höher die Wassertemperatur, desto weniger Sauerstoff kann im Wasser gelöst werden. Dazu kommt dann, dass Koi bei wärmeren Temperaturen einen höheren Stoffwechsel haben und somit eigentlich mehr Sauerstoff benötigen. Deshalb kann es bei zu warmen Wassertemperaturen schnell zu einem Sauerstoffmangel und dadurch zu einer Gefahr für die Fische kommen. Wenn man aber immer die Wassertemperatur im Blick hat, kann man zu hohen Temperaturen schnell durch Wasserwechsel mit kaltem Leitungswasser entgegenwirken.
Auch die Fütterungsmengen sollten an die Temperatur angepasst werden, denn wenn das Wasser kühler wird, fährt der Stoffwechsel der Koi zurück und es sollte weniger gefüttert werden und bei einer Wassertemperatur von weniger als 8 °C sollte das Füttern vollständig eingestellt werden.
Ein weiterer wichtiger Punkt, der für eine Temperaturüberwachung spricht, ist die Aktivität der Bakterien im Teich und im Teichfilter. Auch die Bakterien haben ein Temperaturoptimum wo sie ihre Arbeit am besten erledigen. Schon bei Temperaturen um 15 °C sinkt die Stoffwechselaktivität und damit die Nitrifikationsrate, so dass der Filter nicht mehr seine 100 % Leistung erfüllt, sondern eher zwischen 70 und 80 %. Wird der Teich nicht beheizt und soll der Filter im Winter abgeschaltet werden, sollte man ihn bei dauerhaften Temperaturen unter 5 – 6 °C und vor dem regelmäßigen Frost abstellen.

Umgekehrt dann die Wiederinbetriebnahme im Frühjahr. Ab einer Wassertemperatur von 8 – 10 °C kann man den Teichfilter wieder in Betrieb nehmen und auch mit neuen Filterbakterien animpfen um ihn wieder in Gang zu bringen.
Auch sind viele Wasserparameter wie Ammonium, Nitrit, Nitrat und der pH-Wert temperaturabhängig unterschiedlich gefährlich für die Fische. Es gibt noch viele weitere Dinge, die temperaturabhängig sind, so wie z. B. die Dosierung von Medikamenten (also die Medikamentenwirkung), die Aktivität des Immunsystems der Fische usw.
Also es lohnt sich in jedem Fall eine Temperaturüberwachung in seinem Teich zu installieren!

Zusammenfassung der wichtigsten Gründe für eine Temperaturüberwachung am Teich:

  • Anpassen der Fütterungsmenge an den Stoffwechsel der Koi
  • Überwachung zur Steuerung einer Teichheizung
  • Rechtzeitige Verhinderung einer Überhitzung des Wassers im Sommer
  • Beurteilung der biologischen Aktivität/Leistung des Teichfilters
  • Erkennen des richtigen Zeitpunkts zum Abschalten des Teichfilters im Winter
  • Erkennen des richtigen Zeitpunkts zum Einschalten des Teichfilters im Frühjahr
  • Animpfung des Teichfilters mit Bakterien bei der richtigen Temperatur
  • Beurteilung der Wasserwerte in Abhängigkeit zur Temperatur
  • Anpassung der Dosierung von Medikamenten an die Wassertemperatur, da die Medikamentenwirkung temperaturabhängig ist

Das bei uns verwendete Temperaturüberwachungssystem

Nach einigen Recherchen im Internet haben wir haben uns für das Mobile-Alerts System entschieden, da dies auf den ersten Blick das vielversprechendste zu sein schien. Dabei handelt es sich um ein sensor-basiertes Hausüberwachungssystem, wobei es natürlich auch Outdoor- und Wassersensoren gibt. Über ein Gateway verbunden hat man hier die Möglichkeit, beliebig viele Sensoren nachzurüsten, die man an unterschiedlichsten Stellen positionieren und zentral mit dem Smartphone per App oder über den PC überwachen kann. Dazu erzählen wir später in diesem Beitrag mehr. Somit kann man damit zusätzlich zum Koiteich auch gleich sein Haus, Keller, Garten etc. mit Überwachen.

Der Einbau und die Inbetriebnahme der Temperaturüberwachung

Zum Starten mit dem Mobile-Alerts Systems benötigt man das dazugehörige Gateway, damit man die Sensordaten später im WLAN und auch außerhalb es eigenen WLANs jederzeit von überall auslesen kann.

Wir haben bei uns einen Sensor im Garten für die Überwachung der generellen Außentemperatur in dem dazu passenden Wetterschutzgehäuse verbaut und einige Sensoren in unterschiedlichen Tiefen des Teichbeckens installiert. Dafür haben wir einmal das Starterset*(Werbung) bestehend aus Gateway, einem Sensor und einer Wetterschutzhülle gekauft, sowie die Zusatzsensoren mit Kabelsensor für das Einbringen in den Teich.

Für die spätere Möglichkeit der Datenauswertung sei an dieser Stelle erwähnt, dass grafische Darstellungen und Auswertungen nur mit den pro series Sensoren möglich sind. Also falls Dir das wichtig ist, kaufe die pro series Kabelsensoren*(Werbung). Sollte Dir das nicht so wichtig sein und es reicht dir aus, dass Du einfach auf die Daten zugreifen kannst, dann reichen auch die normalen Kabelsensoren*(Werbung) dafür aus. Bei den pro series Sensoren ist ein weiterer Vorteil, dass diese zusätzlich zu dem Kabelsensor auch einen eingebauten Sensor haben. So stehen immer gleich beide Messwerte parallel zur Verfügung (also beispielsweise Wassertemperatur und Außentemperatur).

Vor der Inbetriebnahme muss das Gateway per LAN-Kabel an den Router und ans Stromnetz angeschlossen werden. Dann installiert man sich die Mobile Alerts App auf dem Smartphone und richtet die Sensoren ein. Dazu einfach Sensoren hinzufügen und die jeweiligen Sensor-IDs hinzufügen (QR-Code scannen) und fertig. Dann können die Sensoren platziert und verwendet werden.
Für die Außentemperatur an sich haben wir einen zusätzlichen normalen Sensor in der Wetterschutzhülle im Garten installiert. Da wir diesen an einer vom Teich unabhängigen Stelle, an der eine realistische Außentemperatur gemessen werden kann, anbringen wollten (Nordseite, Sonnengeschützt, aber trotzdem der vollständigen Witterung ausgesetzt). Das sieht bei uns so aus:

Außentemperatursensor mit Wetterschutzhülle
Außentemperatursensor mit Wetterschutzhülle

Für den Teich haben wir insgesamt drei Kabelsensoren installiert. Davon ein pro series Sensor und zwei normale Kabelsensoren. Wir haben uns gedacht, dass ein Sensor mit grafischer Datenauswertungsmöglichkeit ausreicht und wir benötigen auch keine drei zusätzlichen Außensensoren an einer Stelle. Deshalb Die Lösung aus zwei normalen und einem pro series Sensor. Aber das bleibt natürlich Dir selbst überlassen, wie Du die verschiedenen Sensoren einsetzt und kombinierst.

Damit wir für unsere Teichsensoren aber nicht drei Wetterschutzhüllen benötigen, haben wir uns hier eine eigene Lösung, welche auch passend zu unserem Teich ist, ausgedacht. Dazu haben wir einen Teil eines Mauersteins, der vom Bau des Pflanzbeckens übrig war genommen und eine Holzabdeckung, ebenfalls passend zum Pflanzteich, dafür angefertigt.

Temperatursensoren im Mauerstein versteckt
Temperatursensoren im Mauerstein versteckt

Die drei Teichsensoren haben wir in den Hohlraum des Mauersteins gelegt und die Holzabdeckung zum Schutz vor Regen oben drauf gesteckt. An dem Holz haben wir von der Unterseite vier Winkel angeschraubt, die passend in das Innere des Mauersteins greifen, damit die Holzabdeckung nicht verrutschen oder wegfliegen kann.

Fertiger zum Teich passender Wetterschutz für die Wassersensoren
Fertiger zum Teich passender Wetterschutz für die Wassersensoren

Rechts neben dem Pflanzbecken ist der fertige Wetterschutz für die Teichsensoren zu sehen. Die Kabelsensoren haben wir unter dem Stein herausgeführt, indem wir eine kleine Kerbe als Kabelführung unten in den Stein gefeilt haben.

Praktische Anwendung – Benachrichtigungen, Datenzugriff, Diagramm-Auswertungen

Der Zugriff auf die Temperaturdaten kann entweder per Smartphone oder aber auch vom Computer aus erfolgen.
Der Zugriff vom Smartphone funktioniert mit der oben bereits erwähnten Mobile-Alerts App, welche sehr einfach und selbsterklärend ist. Hier kann man sich einfach schnell einen Überblick über sämtliche Temperaturen verschaffen (links) oder man kann sich die Datenhistorie einzelner Sensoren anschauen (rechts):

Smartphone Ansicht der Temperatursensoren in der Mobile Alerts App
Smartphone Ansicht der Temperatursensoren in der Mobile Alerts App

Und wie eingangs bereits erwähnt kann man sich bei den pro series Sensoren auch eine grafische Auswertung beliebiger Zeiträume auf dem Smartphone darstellen lassen:

Grafische Darstellung der Temperaturdaten eines pro series Sensors in der Mobile Alerts App
Grafische Darstellung der Temperaturdaten eines pro series Sensors in der Mobile Alerts App

Nachdem man die Mobile Alerts App installiert und eingerichtet hat, besteht auch die Möglichkeit die Daten online am PC aufzurufen. Dazu gehst Du einfach auf die Seite https://monitor.mobile-alerts.eu/Account/LogOn?ReturnUrl=%2f und erstellst Dir einen Account. Wenn Du einen Account eingerichtet hast, kannst Du nun sämtliche Deiner Sensoren über den „Sender hinzufügen“ Button zu deinem Account hinzufügen. Auf der Übersichtsseite siehst Du dann alle Deine Sensoren, welche Du dann einzeln auswählen kannst um detailliertere Daten zu sehen.

Sensorübersicht im Mobile Alerts Online-Account
Sensorübersicht im Mobile Alerts Online-Account

Hier z. B. die Daten unseres ausgewählten Teichsensors:

 Sensor Detailansicht im Mobile Alerts Online-Account
Sensor Detailansicht im Mobile Alerts Online-Account

Im oberen Bildbereich sind allgemeine Informationen und Einstellungsmöglichkeiten für Alarme. Hier kannst Du Dir z. B. Alarm-Benachrichtigungen beim Über- oder Unterschreiten von bestimmten Temperaturen einstellen. Im Linken Bereich kannst Du bei den pro series Sensoren Zeiträume einstellen, für die Du gerne grafische Darstellungen ansehen möchtest und sie Bedarf auch exportieren (also auf dem PC speichern).

Die Daten unseres Teichsensors für den September sehen z. B. so aus:

Diagramm der Temperaturaufzeichnung
Diagramm der Temperaturaufzeichnung

Fazit

Also wir können das Mobile Alerts System bisher empfehlen. Es ist eine relativ einfache Möglichkeit seinen Teich und noch vieles mehr wirklich umfangreich temperaturtechnisch zu überwachen. Man kann es jederzeit um beliebig viele Sensoren erweitern und so an einen sich ändernden Bedarf anpassen, um z. B. in verschiedenen Wasserzonen oder bei einem neu hinzugekommenen Teich die Temperaturen zu überwachen und aufzuzeichnen. Auch preislich ist es bezahlbar. Wenn man sich mal überlegt wie teuer teilweise einzelne Wetterstationen mit nur einem Außensensor und ohne die Möglichkeiten des online-Zugriffs sind. Wir würden es auf jeden Fall wieder kaufen und werden es bei Erweiterungen des Teichsystems ebenfalls weiterhin einsetzen.
Wir hoffen, dass wir Dir hier eine hilfreiche Möglichkeit für die smarte Temperaturüberwachung deines Teichs zeigen konnten.

Hier nochmal eine Zusammenfassung der bei uns verwendeten Mobile Alerts Geräte:
Starterset*(Werbung) bestehend aus Gateway, Temperatursensor ohne Kanel und Wetterschutzhülle
Sensor MA 10101*(Werbung) (normaler Kabelsensor ohne grafische Auswertungsmöglichkeit)
Sensor MA 10120*(Werbung) (pro series Kabelsensor mit grafischer Auswertungsmöglichkeit)

Im nächsten Beitrag werden wir diese Temperaturüberwachung noch um einen Shelly Temperatursensor erweitern.

 

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