Smarte Temperaturüberwachung am Koiteich mit Shelly Temperatursensor

Teichbau, Koi und Garten

Smarte Temperaturüberwachung am Koiteich mit Shelly Temperatursensor

Shelly 1

Du möchtest deinen Gartenteich oder deinen Koiteich gerne temperaturtechnisch überwachen und jederzeit sehen können, welche Temperatur das Teichwasser hat? Hierfür gibt es tatsächlich schon sehr gute und trotzdem einfache Lösungen. Im letzten Beitrag „Smarte Temperaturüberwachung am Koiteich – ganz einfach und bezahlbar“ haben wir Dir ja bereits eine sehr einfache Möglichkeit der Temperaturüberwachung am Teich gezeigt.

In diesem Beitrag zeigen wir Dir, wie wir die Temperaturüberwachung an unseren Koiteich mit Hilfe eines Shellys erweitern und zeigen Dir auch die Möglichkeiten der Auswertung und Visualisierung der Temperaturdaten im Browser und in der Shelly Cloud App.

Allgemeines zur Temperaturüberwachung am Koiteich

Die allgemeinen Gründe und den Nutzen einer Temperaturüberwachung haben wir ja bereits in dem letzten oben genannten Beitrag dazu schon erläutert, weshalb wir an dieser Stelle darauf verzichten. Da das Wasser bekanntlich eine Temperaturschichtung bildet, war es für uns besonders wichtig, mehrere Temperatursensoren in verschiedenen Wassertiefen einzubringen. Im Winter ist es besonders wichtig zu wissen ob der Teichgrund, wo die Fische sich dann in der Regel aufhalten, auch die erhofften 4 °C hat oder ob es aufgrund von Wasserdurchmischungen evtl. kälter als 4 °C am Grund wird. Genauso wichtig ist es im Sommer zu wissen, ob das Wasser bis in die tieferen Schichten schon sehr aufgewärmt ist und deshalb ggf. Wasserwechsel zum Abkühlen notwendig sind.

Deshalb haben wir Sensoren in verschiedenen Höhen angebracht. An der Teichoberfläche und in ca. 1,00 m Tiefe. Da das bisher bei uns verwendete Mobile Alerts System aufgrund der Sensorlänge nur bis in eine Tiefe von ca. 1 Meter reicht, wollten wir dieses System gerne noch um einen Sensor, welcher bis auf den Teichgrund in 1,80m. Tiefe reicht, ergänzen. Dazu haben wir uns für einen Shelly entschieden, da man hier Sensoren bis zu einer Länge von 10 m anschließen kann und an einem Shelly können sogar bis zu drei Temperatursensoren angeschlossen werden!

Benötigte Hardware für einen Shelly Temperatursensor

Für die Erweiterung der Temperaturüberwachung mit Shelly benötigst Du als erstes natürlich einen Shelly. Hierfür reicht  ein Shelly1 vollkommen aus. Man kann natürlich auch den Shelly1PM*(Werbung) nehmen, welcher zusätzlich noch eine Energiemessfunktion integriert hat. Die Wahl liegt hier bei Dir.
Wir haben uns für den Shelly1*(Werbung) entschieden, da wir die Stromüberwachung bereits mit einem Shelly3EM*(Werbung) für die gesamte Stromversorgung des Teichs realisiert haben (mehr dazu unter unserem Beitrag zur Stromüberwachung „Smarte Stromüberwachung am Koiteich mit dem Shelly 3EM“). Damit ein Temperatursensor an den Shelly1 angeschlossen werden kann, wird noch das Temperatursensor Addon*(Werbung) und ein Temperatursensor benötigt. Hier genügt ein einfacher ds18b20 Sensor, den es in Längen bis zu 10 Metern zu kaufen gibt. Wir haben diesen Temperatursensor*(Werbung) in einer Länge von 5 Meter gekauft, da er auf dem Teichgrund in 1.80m Tiefe die Temperatur messen soll das Kabel ja bis zur Steckdose reichen muss.

Dann brauchst Du nur noch eine Wasserdichte Abzweigdose*(Werbung), und ein Outdoor geeignetes Kabel mit Stecker*(Werbung) für den Anschluss an einer Steckdose. Danach kann der Zusammenbau und Anschluss erfolgen, was natürlich von dafür qualifiziertem und dazu berechtigtem Fachpersonal durchgeführt werden sollte.

Alles für den Zusammenbau und Anschluss des Shelly Temperatursensors
Alles für den Zusammenbau und Anschluss des Shelly Temperatursensors

Zusammenbau und Anschluss des Shelly Temperatursensors

Hinweis!

Arbeiten an der Elektrischen Haus-Installation sollten nur von ausgebildeten Fachleuten vorgenommen werden! Wer selbst Hand anlegt riskiert nicht nur seine Gesundheit durch eventuelle lebensgefährliche Stromschläge, sondern auch seinen Versicherungsschutz im Falle von Schäden am Gebäude durch Feuer durch unsachgemäße Installationen! Deswegen: Wenn Du nicht zu 100% weißt was du da machst, Finger weg!

Zuerst muss das Stromversorgungskabel an den Shelly angeschlossen werden, da man nach dem Anbringen des Temperatursensor Addons nicht mehr an die Schrauben kommt. Für den Anschluss des Stromkabels schau einfach in die Bedienungsanleitung vom Shelly (Für den Shelly1 findest du die Anleitung hier:

https://shelly.cloud/documents/user_guide/shelly_1_multi_language.pdf)

In der Anleitung findest Du das Anschlussschema und alle Informationen, die Du für den Anschluss benötigst. Der Temperatursensor und das Stromkabel müssen vor dem Anschluss an den Shelly durch die Durchführungen der Abzweigdose gesteckt werden. Anschließend entfernst Du die breitere Gummischutzkappe in der Mitte (die schmale etwas seitlich muss drauf bleiben), wie hier auf dem Bild.

Die entfernte Schutzkappe am Shelly 1
Die entfernte Schutzkappe am Shelly 1

Danach steckst Du das Temperatursensor Addon vorsichtig auf den Shelly bis er einrastet. Mit den drei mitgelieferten Wago Klemmen wird dann der Temperatursensor mit dem Addon verbunden. Hierbei wird rot mit rot, gelb mit gelb und schwarz mit schwarz verbunden.

Der Shelly mit angebautem Temperaturaddon (im rechten Bild in der Abzweigdose)
Der Shelly mit angebautem Temperaturaddon (im rechten Bild in der Abzweigdose)

Dann kann alles in die Abzweigdose gelegt und diese mit dem Deckel verschlossen werden.

Inbetriebnahme des Shelly Temperatursensors und der Shelly App

Für die Inbetriebnahme des Shellys muss dieser nun mit Strom versorgt werden. Da wir den Shelly ja an einen Stromstecker angeschlossen haben, muss dieser Stecker nun einfach in die Steckdose gesteckt werden.

Um auf die Werte zugreifen zu können, installierst Du auf deinem Smartphone die Shelly Cloud App. Eine grundsätzliche Anleitung dazu gibt es hier: https://shelly.cloud/documents/user_guide/shelly_1.pdf.

Der Shelly spannt danach einen eigenen WLAN Access Point auf, mit welchem Du Dein Smartphone verbinden musst. Wenn Du mit dem Shelly-Netzwerk verbunden bist, kann der Shelly in der Shelly Cloud App gefunden werden. Dazu gehst Du oben rechts auf die drei Balken und wählst „Gerät hinzufügen“ aus. Anschließend wählst Du das Netzwerk aus, in welches Du den Shelly integrieren möchtest (also Dein Heimnetzwerk). In dem darauf folgenden Schritt wird nun nach dem Shelly gesucht. Wenn Dein Shelly gefunden wurde, wählst Du diesen zum Verbinden aus, woraufhin er in die Shelly Cloud App integriert wird. Ab jetzt zeichnet der Shelly die Temperatur kontinuierlich auf und Du kannst sie jederzeit in der App überwachen.

Bei uns sieht das Ganze in der App folgendermaßen aus:

Der Shelly Temperatursensor in der der Shelly App
Der Shelly Temperatursensor in der der Shelly App

Im linken Bildschirm ist der Startbildschirm unserer Shelly App zu sehen, auf welchem einem die jeweils angelegten „Räume“ angezeigt werden. Bei uns befindet sich dort nur der Teich. Nach dem Auswählen des Raums kommt ein Bildschirm mit einer Übersicht über alle dem Raum zugewiesenen Geräte (bei uns der Temperatursensor und der oben bereits erwähnte Shelly 3EM Stromzähler). In diesem Fall wählen wir den Temperatursensor aus und kommen dann auf die Seite mit den Messdaten (rechtes Bild). Hier kann man sich die Temperaturverläufe über verschiedene Zeiträume (Tag, Woche, Monat, Jahr) anzeigen lassen.

Da der Shelly1 ja nicht nur zum Anschluss von Sensoren gedacht ist, sondern in erster Linie einen WLAN-Schalter darstellt, hat man in den Einstellungen auch noch viele nützliche Funktionen. Hier ein Beispiel:

Temperaturgesteuerte Schaltfunktion des Shellys
Temperaturgesteuerte Schaltfunktion des Shellys

In den Einstellungen unter Temperatur-Automatisierung können Temperaturschwellen gesetzt werden und daran gekoppelte Ein- und Ausschaltfunktionen hinterlegt werden. So kann man die Kombination des angeschlossenen Temperatursensors und der Schaltfunktion des Shellys z. B. auch nutzen um eine Teichheizung bei bestimmten Temperaturen, die man selber festlegen kann, ein- oder auszuschalten. Dafür müsste man einfach eine Teichheizung zusätzlich mit an den Shelly anschließen. Also kann man mit dem kleinen günstigen Shelly sogar eine automatisierte Teichheizungssteuerung realisieren.

Wer auch gerne mal vom PC aus auf Daten zugreift, der kann in seinem Browser einfach die Adresse: https://home.shelly.cloud/ aufrufen und kommt auf die selbe Benutzeroberfläche wie in der Shelly App auf dem Smartphone.

Fazit:

Also wir können das Shelly System für den Einsatz am Koiteich nur empfehlen. Es ist eine relativ einfache Möglichkeit seinen Teich temperaturtechnisch zu überwachen. Man kann bis zu drei Sensoren an einem Shelly betreiben und so z. B. in verschiedenen Wasserzonen die Temperaturen überwachen und aufzuzeichnen. Eine günstigere Möglichkeit zur Temperaturüberwachung und ggf. sogar automatisierter Gerätesteuerung im Teich (auf die man auch von überall zugreifen kann) gibt es kaum. Wenn man sich mal überlegt wie teuer teilweise einzelne Wetterstationen mit nur einem Außensensor und ohne die Möglichkeiten des online-Zugriffs sind. Wir würden den Shelly1 auf jeden Fall wieder kaufen und werden bei Erweiterungen des Teichsystems vermutlich noch einige Shellyprodukte verbauen.
In Verbindung mit unserem bisher schon eingesetzten Mobile Alerts System werden wir die Temperaturüberwachung beider Systeme mit Hilfe von Iobroker vereinen, so dass sämtliche Temperaturen aus Mobile Alerts und Shelly in einer Übersicht dargestellt werden. Dazu wird es demnächst einen eigenen Beitrag geben, in dem wir Dir zeigen wie man die Messdaten von vielen verschiedenen Systemen zusammenfließen lassen kann.

Wir hoffen, dass wir Dir hier eine weitere hilfreiche Möglichkeit für die smarte Temperaturüberwachung und Steuerungsmöglichkeit für deinen Teichs zeigen konnten.

Zusammenfassung der benötigten Teile für den Shelly Temperatursensor

Shelly1*(Werbung) oder Shelly1PM*(Werbung)
Shelly Temperatursensor Addon*(Werbung)
Temperatursensor DS18b20*(Werbung)
Kabel mit Stecker*(Werbung)
Wasserdichte Verteilerbox*(Werbung)

 

4 Antworten

  1. Weiß Andreas sagt:

    Hallo, würde auch gerne des Shelly system verwenden zur Temperatur Messung, einmal in ca.50cm, dann am Grund bei 1,80 und die Filterkammer ansich. Da wir auch im Teich schwimmen, würde ich gerne die 12V Variante verwenden. Kann man das mit einem 12V Akku betrieben oder muss es ein Netzteil sein? Der Akku ist in der Kammer eh im Einsatz für die Antriebe um die Decks zu öffnen.
    Gruß Andi

    • Tobi sagt:

      Hallo Andi!
      Ja ich denke das sollte auch mit einem 12V Akku kein Problem darstellen. Man muss nur auf dem Shelly den Jumper umsetzen. Ich habe es selbst noch nicht probiert, aber schon darüber gelesen, dass manche Leute die Shellys mit Batterien betreiben. Also sollte dem eigentlich nichts im Wege stehen. Mal abgesehen davon, dass der Temperatursensor sowieso nicht mit 230V betrieben wird. Selbst wenn man den Shelly an 230V anschließen würde liegen auf dem Sensor nur zwischen 3,0V und 5,5V. Das Shelly Temperatur AddOn ist potentialgetrennt von der Netzspannung. Das heißt Selbst wenn am Shelly mal was kaputt geht liegen niemals 230V auf dem Sensor. Mal ganz davon abgesehen, dass diese dünnen Kabelchen sowieso sofort wegbrennen würden wenn da mal so viel Strom drauf kommen sollte. Aber um es absolut sicher zu machen kann man natürlich den Akku nehmen!
      Grüße Tobi

  2. Arno sagt:

    Hallo,
    Das mit dem Netzstecker würde ich auch gerne machen nur was ist dann mit Nulleiter und Phase?
    Habe gelesen das es nicht so einfach geht mit einen Stecker da ja Nulleiter und Phase nicht vertauscht werden dürfen und man dann praktisch den Stecker nicht verkehrt rein stecken darf?

    lg Arno

    • Tobi sagt:

      Hallo Arno!
      Wir haben mittlerweile einige Shellys in Betrieb. Wir haben tatsächlich nach der Montage nicht mehr auf die Polarität des Steckers geachtet. Der Stecker kam halt so in die Steckdose wie er grade passte. Bisher haben wir damit keinerlei Probleme, Ausfälle, unplausible Messwerte oder ähnliches. Also ich denke, dass das keine Rolle spielt. Gerne lasse ich mich aber eines besseren belehren!
      Grüße, Tobi

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