Kunstfelsen selber bauen – Eine Anleitung zum Bau von DIY Felsen für den Garten

Teichbau, Koi und Garten

Kunstfelsen selber bauen – Eine Anleitung zum Bau von DIY Felsen für den Garten

Künstlicher fels selber bauen

In diesem Beitrag wollen wir Dir mit Fotos und einer genauen Anleitung zeigen, wie wir unseren ersten Kunstfels selber gebaut haben.

Warum einen künstlichen Felsen bauen?

Vielleicht fragst Du Dich jetzt, warum man Felsen selber bauen sollte. Die Antwort darauf ist ganz einfach, denn große Felsen sind oftmals sehr teuer und man benötigt ggf. schweres Gerät bis hin zu einem Kran um solche Felsen in den eigenen Garten zu bekommen. Außerdem hat man beim Eigenbau freie Auswahl bei der Form, bei der Größe, bei der Farbgestaltung (passen eher graue, braune oder sandssteinfarbige Felsen zum eigenen Garten?) und bei der Oberflächengestaltung (eher rau, fein, grobe Strukturen oder sandig…). Hier sind der Kreativität keine Grenzen gesetzt.

Ein weiterer Vorteil eines künstlichen Felsens ist, dass er von innen hohl ist. Dies bietet die Möglichkeit, Gartensteckdosen und/oder Geräte darunter zu verstecken und vor Wind und Wetter zu schützen. Aus genau dem Grund haben wir letztes Jahr z. B. diesen künstlichen Fels*(Werbung) gekauft. Er sieht wirklich gut aus und erfüllt seinen Zweck zum Verstecken und Schützen von Teichsteckdosen prima. Können wir nur weiterempfehlen. In unserem Beitrag „Stromversorgung für den Koiteich“ könnt Ihr euch Fotos anschauen, wie der Fels bei uns verwendet wird und wie er aussieht. Weil er uns so gut gefallen hat und so praktisch ist, wollten wir gerne noch einen oder zwei solcher künstlicher Felsen für unseren Garten haben. Leider haben wir aber keinen schönen, ähnlichen und vor allem größeren Fels im Internet gefunden, der für uns in Frage kam. Deshalb haben wir uns entschieden, selber einen zu bauen.

Planung und Bau des künstlichen Felsens

Bevor Du beginnen kannst, musst Du Dir natürlich überlegen wie groß dein Fels werden soll und welche Farbe er später haben soll. Als erstes besorgst Du Dir dann Styroporreste, z. B. aus alten Verpackungen von Elektrogeräten, Frischhaltefolie, Paketklebeband und ggf. Plastiktüten oder Plastiksäcke. Falls Du das Bauvorhaben (so wie wir) im Winter drinnen durchführen möchtest, benötigst Du noch Baufolie*(Werbung) zum Schutz des Fußbodens. Aus den Styroporresten wird dann die Grundstruktur des Felsens grob vorgeformt. Puzzle Dir die Teile einfach so zurecht wie es Dir gefällt und fixiere sie mit Paketklebeband, damit die Form stabil erhalten bleibt. Bei uns sah das dann so aus:

Die Grundform des künstlichen Felsens aus Styropor
Die Grundform des künstlichen Felsens aus Styropor

Wenn Du die grobe Form fertiggestellt hast, wird das Ganze mit Frischhaltefolie umwickelt, da man ja keine komplett eckige Form haben möchte und weil der Fels später mit Fliesenkleber bestrichen wird. Danach wird das Konstrukt mit Kaninchendraht*(Werbung) umwickelt. Die Ränder und Kanten des Drahtgitters sollten gut angedrückt und ggf. nach innen gedrückt werden, damit keine spitzen Kanten oder Drähte nach außen stehen. Der Kaninchendraht dient als Stützkonstruktion und Haftgitter für den Mörtel/Fliesenkleber der im folgenden Schritt aufgetragen wird. Wir haben diesen Fliesenkleber*(Werbung) dafür verwendet, da dieser Frostfest ist und damit die Wetterfestigkeit gegeben ist und andererseits dachten wir uns, dass die flexiblen Eigenschaften des Flexklebers für die Temperaturunterschiede nur von Vorteil sein können. Bei unserer Feuerstelle, die wir im Beitrag „Eine Feuerstelle im Garten selber bauen“ beschrieben haben, hat der Flex-Kleber bisher auch alle Temperaturextreme (sogar Feuer bei Frost draußen) gut überstanden.

Nun muss der Fliesenkleber angerührt werden. Dazu benötigst Du einen Mörteleimer*(Werbung) und eine Maurerkelle*(Werbung). Erstmal gibst du etwas Fliesenkleber in den Eimer und langsam immer nur wenig Wasser dazugeben (man verschätzt sich hier gerne und ganz schnell ist der Kleber zu flüssig), während Du mit der Kelle alles vermengst. Mit der Kelle nun solange alles miteinander verrühren, bis der Kleber die richtige Konsistenz hat und klumpenfrei ist. Beim Anrühren gilt lieber weniger und dafür öfter Fliesenkleber anrühren.

Denn zum Einen wird es ganz schön schwer große Mengen per Hand anzurühren, so dass man mit der Maurerkelle kaum noch durch den Kleber rühren kann wenn es zu viel auf einmal ist. Zum Anderen wird der Fliesenkleber schon etwas fester, wenn man zu lange benötigt um ihn zu verarbeiten und dann kann man evtl. nicht mehr schön damit modellieren. Den Fliesenkleber haben wir einfach mit Haushaltshandschuhen auf das Gitter aufgetragen, da er sich mit der Hand besser formen und streichen lässt als mit Spachtel oder Kelle. Hier zwei Bilder von unserem Felsbau. Im linken Bild siehst du das Felsmodell mit Frischhaltefolie und Kaninchendraht umwickelt und im rechten Bild haben wir angefangen die erste Schicht Fliesenkleber aufzutragen.

Auftragen des Fliesenklebers auf den künstlichen Fels, der mit Frischhaltefolie und Kaninchendraht umwickelt ist
Auftragen des Fliesenklebers auf den künstlichen Fels, der mit Frischhaltefolie und Kaninchendraht umwickelt ist

Nach dem Auftragen der ersten Schicht Fliesenkleber wird der Kaninchendraht noch nicht vollständig bedeckt sein, das macht aber nichts. Wir haben die erste Schicht komplett aufgetragen und trocknen gelassen. Vor dem Auftragen der zweiten Schicht feuchtest Du den getrockneten Fliesenkleber am besten mit einem Nassen Pinsel oder mit einer Sprühflasche an, damit sich der neue Fliesenkleber besser mit der alten Schicht verbinden kann.

Mit dem Auftragen der zweiten Schicht, wird der Rest des evtl. noch freiliegenden Kaninchendrahts vollständig verdeckt und die Form (nicht die Struktur) der Oberfläche schon modelliert. Die feinen Oberflächenstrukturen werden später herausgearbeitet. Dazu kannst Du die Fliesenkleberschicht erst ein wenig trocknen lassen und dann mit Schleifpapier, Pinsel oder anderen kreativen Werkzeugen die zur gewünschten Oberflächenstruktur führen, nachbearbeiten. Dies sollte allerdings erst erfolgen, wenn der Fliesenkleber zwar schon Grifffest, aber noch nicht vollständig ausgehärtet ist, damit die gewünschten Strukturen sich mit den Werkzeugen noch in die Oberfläche drücken/kratzen lassen.

Vollständig aufgetragener Fliesenkleber (2 Schichten)
Vollständig aufgetragener Fliesenkleber (2 Schichten)

Im linken Bild war die zweite Schicht Fliesenkleber vollständig aufgetragen und im rechten Bild war der Fliesenkleber dann schon etwas angetrocknet. Der nächste Schritt ist dann die Gestaltung der Oberflächenstruktur des Felsens.

Oberflächengestaltung von künstlichen Felsen

Wenn der Fliesenkleber noch nicht ganz durchgetrocknet ist, kannst Du nun also mit dem Herausarbeiten der Oberflächenstruktur beginnen. Der Fels soll hinterher ja eine möglichst natürliche Oberfläche haben. Das kannst Du, wie oben bereits erwähnt mit Schleifpapier, Pinsel oder anderen kreativen Werkzeugen die zur gewünschten Oberflächenstruktur führen, machen.

Einige Inspirationen für den Selbstbau eines künstlichen Felsens haben wir uns von der Seite gartenlagune.de geholt. Hier kann man sich auch nochmal verschiedene Möglichkeiten für das Herausarbeiten der Oberfläche anschauen. Außerdem kann man auf der Seite sogar noch größere Projekte wie z. B. ganze selbstgebaute Felswände anschauen. Wir haben die Oberfläche mit 120er Schleifpapier*(Werbung) etwas abgeschliffen, so dass nur noch die kleineren Vertiefungen übrig geblieben sind. Wenn einem einige Stellen noch nicht gefallen, kann man an dieser Stelle auch noch ein bisschen mit frisch angerührtem Fliesenkleber nachbessern, bis einem die Oberfläche gefällt. Wenn Du mit der Oberflächenstruktur dann zufrieden bist, muss der Fels einige Tage vollständig austrocknen, bevor Du weitermachen kannst. Bei uns sah das so aus:

Die nachbearbeitete Oberfläche des künstlichen Felsens, mit Schleifpapier geglättet
Die nachbearbeitete Oberfläche des künstlichen Felsens, mit Schleifpapier geglättet

Nachdem der Fels dann vollständig durchgetrocknet ist, sollte die Oberfläche noch versiegelt werden, damit sie gut vor Witterungseinflüssen geschützt ist. Die Versiegelung haben wir mit Tiefengrund*(Werbung) durchgeführt. Damit der Fels in seiner Grundfarbe schon etwas vorbereitet wird, haben wir den Tiefengrund direkt schon mit etwas Abtönfarbe eingefärbt. Dafür haben wir einfach ein bisschen Abtönfarbe in den Tiefengrund eingerührt. Anschließend haben wir den gesamten Fels einmal gründlich (so das wirklich jede Stelle und jede Ritze versiegelt wird) mit einem Pinsel mit Tiefengrund gestrichen.

Versiegelung der Oberfläche mit eingefärbtem Tiefengrund
Versiegelung der Oberfläche mit eingefärbtem Tiefengrund

Der Tiefengrund sollte vor der weiteren Bearbeitung der Oberfläche vollständig trocknen. Wenn das geschehen ist, kann der die Felsoberfläche farblich gestaltet werden. Dafür kann man leider keine pauschalen Anleitungen geben, da die farblichen Wünsche und Vorstellungen hier ganz unterschiedlich sein können. Wir können an dieser Stelle nur beschreiben wie wir vorgegangen sind. Wir haben uns einen grauen Grundfarbton mit den Abtönfarben*(Werbung) gemischt und den gesamten Fels damit einmal angestrichen und trocknen gelassen. Anschließend haben wir die strukturellen Vertiefungen in der Oberfläche ganz grob mit einem viel dunkleren Grau übergestrichen und wieder trocknen gelassen. Das sah dann erstmal so aus:

Einfärben der Oberfläche des künstlichen Felsens
Einfärben der Oberfläche des künstlichen Felsens

Ziel war es, die Vertiefungen dunkler (schattiger) wirken zu lassen. Da wir im vorherigen Schritt die Stellen mit Vertiefungen einfach sehr grob abgedunkelt haben, haben wir dann noch einen letzten Anstrich mit einem helleren Grau durchgeführt. Dabei haben wir nur ganz wenig Farbe auf den Pinsel genommen und vorsichtig, fast trocken über die dunklen Stellen mit Vertiefungen gebürstet. So wurden bei diesem Anstrich nur die erhobenen Stellen wieder aufgehellt und die Vertiefungen sind wie gewünscht dunkel geblieben. Hier zwei Nahaufnahmen von der Färbung und Struktur unseres Felsens:

Nahaufnahme der eingefärbten Oberflächenstruktur
Nahaufnahme der eingefärbten Oberflächenstruktur
Nahaufnahme der eingefärbten Oberflächenstruktur
Nahaufnahme der eingefärbten Oberflächenstruktur

Man könnte natürlich auch noch mehr verschiedene Farben oder ganz andere Farben verwenden, sie unterschiedlich mischen, verdünnen und sie miteinander verlaufen lassen. Hier sind eurer Kreativität keine Grenzen gesetzt.

Das Endergebnis möchten wir natürlich auch nicht vorenthalten. Deswegen hier noch ein Bild von dem ausgewilderten selbstgebauten künstlichen Fels neben unserem gekauften künstlichen Fels*(Werbung).

Der fertige selbstgebaute künstliche Fels
Der fertige selbstgebaute künstliche Fels

Zusammenfassung der benötigten Materialien und Werkzeuge

MaterialienWerkzeuge
ggf. Baufolie*(Werbung) zum Schutz des FußbodensHaushaltshandschuhe*(Werbung)
Styroporreste – zum Modellieren des GrundformMaurerkelle*(Werbung)
Paketklebeband*(Werbung) zum Fixieren des StyroporsBaueimer*(Werbung)
ggf. Plastiktüten oder Säcke – für kleine Styroporresteevtl. Spachtel*(Werbung)
Frischhaltefolie*(Werbung) – zum Fixieren der GrundformPinsel*(Werbung)
Kaninchendraht*(Werbung) – als Stützgerüst und ArmierungSchleifpapier*(Werbung)
Fliesenkleber*(Werbung) – Grundmaterial für den Bau
Tiefengrund*(Werbung) – zum Versiegeln der Oberfläche
Abtönfarben*(Werbung) – zum Einfärben des Felsens

 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.