Teichbau ohne Bagger – oder buddeln bis der Arzt kommt (Teil 2)

Teichbau, Koi und Garten

Teichbau ohne Bagger – oder buddeln bis der Arzt kommt (Teil 2)

Grabearbeiten Teichbau ohne Bagger

Du fragst Dich sicherlich, warum man am 30. Dezember auf die Idee kommt, mit dem Ausheben eines Teichs zu beginnen. Aber nachdem die ersten Spatenstiche im tiefsten Winter gemacht waren, sollten sich die Grabearbeiten über den gesamten Winter erstrecken.

Aber uns war von vornherein bewusst, dass das Ausheben von 80 m³ Erde/Sand per Hand einige Zeit dauern würde und wir deshalb so früh wie möglich mit den Arbeiten beginnen müssen, wenn wir den Teich bis zum Ende des Sommers fertig bekommen wollen. Unser Ziel war es, den Teichbau keinesfalls über einen Zeitraum von zwei Jahren auszudehnen. Weiter ging es dann am 09.01.2021, einem Samstag, denn in der Woche nach Feierabend ist es meist schon dunkel gewesen.

Teichgrube am 09.01.2021
Teichgrube am 09.01.2021

Der Wille für ein derartiges Projekt muss wirklich groß sein, denn es ist durchaus deprimierend Stundenlang bei Temperaturen um den Gefrierpunkt im Garten den Boden aufzubuddeln. Wobei man dazu sagen muss, dass wir an den Wochenenden morgens früh bei ca. -2°C bis -4°C angefangen haben und wir können Dir versprechen, dass du spätestens nach ca. einer Stunde nicht mehr frierst! Und das der Boden gefroren ist spielt auch keine große Rolle. Nach der gefrorenen Schicht von ca. 3-5cm ist der Boden wieder weich.

Du solltest das Problem mit Baumwurzeln von umliegenden Bäumen definitiv nicht unterschätzen. Bei uns war der gesamte Boden komplett durchwurzelt. Das heißt vernünftige Spatenstiche und schaufeln war nicht möglich. In dem Fall muss wirklich Stück für Stück alles freigelegt werden um die Wurzeln je nach Dicke entweder noch mit dem Spaten durchstechen zu können oder alternativ mit einer Astschere oder Säge Stück für Stück zu entfernen.  Das folgende Bild gibt einen guten Eindruck davon wieder.

Teichgrube am 10.01.2021
Teichgrube am 10.01.2021

Gebuddelt wurde fast immer wenn möglich nach Feierabend und an den Wochenenden, solange die Temperaturen > -4 °C waren. Man kann also tatsächlich auch noch gefrorenen Boden graben. Die einzigen Wetterbedingungen, die uns vom Graben abgehalten haben waren Regen oder Schnee. Und das auch nur dann wenn die Mengen die da vom Himmel kamen zu viel wurden. Nach einer weiteren Woche sah die Baustelle dann so aus:

Teichgrube am 16.01.2021
Teichgrube am 16.01.2021
Teichgrube am 17.01.2021
Teichgrube am 17.01.2021

Dann musste tatsächlich einige Wochen eine Zwangspause wegen Schnee und Eis auf der Baustelle eingelegt werden, so dass es erst Ende Februar, um genau zu sein am 26.02.2021 weitergehen konnte.

Teichgrube am 26.02.2021
Teichgrube am 26.02.2021

Nun konnten die restlichen Wurzeln entfernt werden, denn die Wurzeln halten sich überwiegend im Mutterboden auf und da bei uns ab einer tiefe von ca. 50 – 60 cm nur noch Sand kommt, konnte zu diesem Zeitpunkt endlich mit dem richtigen Ausbuddeln begonnen werden. Einerseits super, dass es endlich voran gehen konnte, andererseits trotzdem sehr deprimierend. Man schaufelt tonnenweise Erde aus dem Boden, sieht aber kaum Fortschritte, während sich die Berge aus Erde im Garten dreimal so schnell vergrößern wie das gegrabene Loch.  Am 28. Februar war schon eine Menge Erde aus dem Loch geholt worden und der Boden wurde langsam sandiger, aber das daraus mal ein Teich entstehen soll, war noch lange nicht zu erkennen.

Teichgrube am 28.02.2021
Teichgrube am 28.02.2021

Ein wunderschöner Ausblick aus dem Fenster zeigt die zu dem Zeitpunkt schon riesigen Erdhaufen, sowie das daraus folgende Platzproblem zum Lagern des weiteren Aushubs. Mach Dir rechtzeitig Gedanken, wo Du Deinen ganzen Aushub lässt und wo Du ihn ggf. solange zwischenlagerst 😉
Dieser Anblick aus dem Fenster ist übrigens auch ein Grund, der einen dazu treibt, die Buddelarbeiten möglichst schnell voranzutreiben. Sowas möchte man sich einfach nicht länger als nötig in seinem Garten ansehen müssen.

Traumhafter Ausblick auf den bisherigen Teichaushub aus dem Fenster
Traumhafter Ausblick auf den bisherigen Teichaushub aus dem Fenster

Am 06. März sah die Baustelle so aus:

Teichgrube am 06.03.2021
Teichgrube am 06.03.2021

Der Boden wurde jetzt immer sandiger, wodurch das Ausgraben an sich einfacher wurde. Der Abtransport der Schubkarren aus dem Loch wurde allerdings immer schwieriger. In den Bildern kann man sehen, dass wir uns einfach eine Rampe aus Erde/Sand stehen lassen haben, um die Schubkarren aus dem Loch zu fördern.

Teichgrube am 07.03.2021
Teichgrube am 07.03.2021

Auch die Erd- und Sandhaufen wurden immer Größer, so dass auch hier Auffahrrampen geformt werden mussten, um die Schubkarren da noch rauf zu bekommen. Der Erdhaufen hatte hier eine Höhe von ca. 1,80 m.  

Am 20. März hatte das Loch an manchen Stellen eine Tiefe von etwas über 1 m und die Stufe zur Flacheren Teichzone war langsam als Form erkennbar. Um mit der Schubkarre in die tieferen Bereiche zu kommen musste die Rampe nun schon mit Holzbrettern erweitert werden.

Teichgrube am 20.03.2021
Teichgrube am 20.03.2021

Die Sandberge wurden auch immer mehr und immer größer, so dass nun wirklich fast kein Platz mehr im Garten war, wo noch Aushub gelagert werden konnte.

Überall nur Sandhaufen
Überall nur Sandhaufen

Parallel zum Ausheben der Grube musste also ein Großteil des Mutterbodens schon abtransportiert werden um weiteren Platz für Sand zu schaffen. Über den Abtransport bzw. die Entsorgung des Mutterbodens berichten wir in einem separaten Beitrag.

Teichgrube am 21.03.2021
Teichgrube am 21.03.2021

Und hier mal ein Blick von unten aus dem Loch:

Blick von unten aus dem Loch
Blick von unten aus dem Loch

Als letztes musste dann „nur“ noch die Rampe abgetragen werden um die Teichgrube fertigzustellen. Auf den Fotos wirkt das so wenig. In der Realität kamen hier aber tatsächlich nochmal einige Kubikmeter Sand aus dem Loch. Das Abtragen der Rampe hat mit mehreren Leuten nochmal knapp 12 Stunden ununterbrochen graben gekostet.

Teichgrube am 28.03.2021
Teichgrube am 28.03.2021

Vielleicht werden die Mengen besser deutlich, wenn man sich die Schaufeln und Schubkarren als Größenvergleich anschaut. Die letzten Meter waren nochmal mit die schwierigsten.

Endspurt am 29.03.2021
Endspurt am 29.03.2021

Am 29. März haben wir das Loch dann endlich fertig ausgehoben bekommen. Hier unten ein Bild von der fertigen Teichgrube. Die Größe wird hier glaube ich gut deutlich.

Die fertige Teichgrube
Die fertige Teichgrube

Es war endlich geschafft! Entgegen aller Erwartungen war es also doch möglich die Teichgrube per Hand auszuheben. Es hat zwar 3 Monate gedauert, aber es war vollbracht. Eingestürzt ist die Grube trotz sämtlicher Wetterlagen inkl. Frost, Regen und Trockenheit auch nicht. Ob es nun Glück war oder nicht ist uns im Nachhinein egal. Zumindest können wir Dir hier den Beweis bringen, dass es nicht unmöglich ist!

Wo ein Wille ist, ist auch ein Weg! Wer nicht wagt, der nicht gewinnt! Also nur Mut!

 

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